Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
International Relations in Psychiatry: Britain, Germany, and the United States to World War II
Die Jahrzehnte um 1900 waren entscheidend für die Entwicklung der modernen medizinischen und sozialen Wissenschaften sowie für die Entstehung verschiedener nationaler Gesundheitssysteme. Die modernen Bereiche der Psychiatrie und der psychiatrischen Versorgung befinden sich an der Schnittstelle dieser Sphären. Es entstanden Konzepte, Praktiken und Institutionen, die eine Antwort auf die Herausforderungen der Urbanisierung, der Industrialisierung und der Herausbildung des Nationalstaates darstellten. Diese psychiatrischen Antworten waren lokal geprägt und schufen gleichzeitig einflussreiche Modelle mit internationaler Ausstrahlung. Trotz des zunehmenden Nationalismus in Europa war schnell zu beobachten, dass die intellektuellen, institutionellen und materiellen Ressourcen, die in den verschiedenen lokalen und nationalen Kontexten entstanden, über die nationalen Grenzen hinaus Wirkung zeigten. Auf vielfältige Weise wurden Innovationen für die Bedürfnisse und Zwecke neuer nationaler und lokaler Systeme übernommen und umgestaltet.
Internationale Beziehungen in der Psychiatrie: Großbritannien, Deutschland und die Vereinigten Staaten bis zum Zweiten Weltkrieg führt bisher getrennte Ansätze aus der Sozial-, Politik- und Kulturgeschichte der Medizin und des Gesundheitswesens zusammen und vertritt die These, dass sich die moderne Psychiatrie in einem ständigen, wenn auch nicht immer kontinuierlichen Transfer von Ideen, Wahrnehmungen und Experten über nationale Grenzen hinweg entwickelt hat.
Mitwirkende: John C. Burnham, Eric J. Engstrom, Rhodri Hayward, Mark Jackson, Pamela Michael, Hans Pols, Volker Roelcke, Heinz-Peter Schmiedebach, Mathew Thomson, Paul J. Weindling, Louise Westwood.
Volker Roelcke ist Professor und Direktor am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Gießen, Deutschland.
Paul J. Weindling ist Professor für die Geschichte der Medizin an der Oxford Brookes University, Großbritannien.
Louise Westwood ist Honorary Research Reader, Universität Sussex, UK.