
International Legitimacy and World Society
Die konventionelle Sichtweise der internationalen Gesellschaft besagt, dass sie nur an der Koexistenz und Ordnung zwischen den Staaten interessiert ist. Dies gibt Rätsel auf. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich die internationale Gesellschaft immer wieder normativen Prinzipien verschrieben hat, die weit über diesen Zweck hinausgehen. Wenn sie dies getan hat, hat sie neue normative Zwänge in die internationale Legitimität eingebaut, und dies ist am auffälligsten, wenn sie sich weitreichende humanitäre Prinzipien auf die Fahnen geschrieben hat. Dies deutet darauf hin, dass die von der internationalen Gesellschaft angenommenen Normen von den verschiedenen Gruppen der Weltgesellschaft gefördert werden könnten.
Das Buch zeichnet eine Reihe historischer Fallstudien nach, die zu einer internationalen Bestätigung solcher Prinzipien führten: die Abschaffung des Sklavenhandels im Jahr 1815.
Das öffentliche Gewissen im Jahr 1899.
Soziale Gerechtigkeit (aber nicht Rassengleichheit) im Jahr 1919.
Die Menschenrechte im Jahr 1945.
Und die Demokratie als einzig akzeptable Staatsform im Jahr 1990. In jedem Fall gibt es Belege dafür, dass Akteure der Weltgesellschaft (transnationale Bewegungen, Advocacy-Netzwerke und INGOs) sich politisch für ein neues Prinzip einsetzen, oft im Bündnis mit einem führenden Staat. Gleichzeitig hat die Weltgesellschaft ein normatives Argument vorgebracht, was als ein gewisses Maß an normativer Integration zwischen internationaler und Weltgesellschaft angesehen werden kann. Jeder dieser Fälle erzählt eine faszinierende Geschichte für sich. Gemeinsam tragen sie zur wachsenden IR-Literatur über die Rolle von Normen bei, insbesondere zu derjenigen, die aus einer weitgehend englischsprachigen oder konstruktivistischen Perspektive geschrieben wurde. Das Buch gibt dem Konzept der Weltgesellschaft einen realen historischen Anstrich und zwingt uns, traditionelle Ansichten über die "wesentliche" Natur der internationalen Gesellschaft zu überdenken.