
Invested Indifference: How Violence Persists in Settler Colonial Society
Eine abweichende Perspektive auf das Verschwinden und die Ermordung indigener Frauen und Mädchen in Kanada.
Im Jahr 2004 bezeichnete Amnesty International die kanadische Gesellschaft als "gleichgültig" gegenüber den hohen Gewaltraten, denen indigene Frauen und Mädchen ausgesetzt sind. Als die kanadische Regierung weitere zwölf Jahre brauchte, um eine nationale Untersuchung einzuleiten, schien diese Anklage wahr zu sein.
Invested Indifference bietet eine abweichende Perspektive auf das Verschwinden und die Ermordung indigener Frauen und Mädchen in Kanada. Dies geschieht durch die Untersuchung von Praktiken zu drei verschiedenen historischen Zeitpunkten am selben Ort, dem Ort, den wir heute Edmonton nennen, indem Texte aus dem späten 19. Jahrhundert, Dokumente über das ehemalige Charles Camsell Indian Hospital und zeitgenössische Online-Polizeimaterialien einander gegenübergestellt werden. Durch eine kritische Analyse der scheinbar disparaten Diskurse, die in diesen Materialien zirkulieren, stellt Kara Granzow die Behauptung auf, dass das, was wir als gesellschaftliche Gleichgültigkeit ansehen, nicht aus einer Abwesenheit von Gefühlen resultiert, sondern aus einer tief verwurzelten und affektiven Investition in die Einstufung bestimmter Leben als entbehrlich. Granzow zeigt, dass geschlechtsspezifische und rassifizierte alltägliche Gewalt gegen indigene Menschen durch Mechanismen wie das Gesetz, die Medizin und die Kontrolle von Land und Raum symbolisch und politisch als eine zentrale Praxis in der sozialen Konstruktion der kanadischen Nation verankert wurde. Invested Indifference legt den Faden der Gewalt nicht als Vergangenheit frei, sondern als durch unsere siedler-koloniale Gegenwart laufend.