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Isocrates and Civic Education
Bürgerliche Tugend und die Art der Erziehung, die öffentlich denkende Bürger hervorbringt, wurden im amerikanischen politischen Diskurs der 1980er Jahre zu einem Diskussionsthema, so wie es einst unter der Intelligenz des klassischen Athens war. Konservative wie der frühere Vorsitzende des National Endowment for the Humanities, William Bennett, und seine Nachfolgerin Lynn Cheney hielten den griechischen Philosophen Aristoteles für das Vorbild eines öffentlichkeitsorientierten, tugendhaften Bürgererziehers.
Nach Ansicht der Autoren dieses Bandes ist jedoch Isokrates, eine der herausragenden intellektuellen Persönlichkeiten Griechenlands im vierten Jahrhundert v. Chr., sowohl zu seiner als auch zu unserer Zeit das wahrere Modell. In diesem Band bieten zehn führende Wissenschaftler der Klassischen Philologie, Rhetorik und Philosophie eine wegweisende interdisziplinäre Studie über Isokrates als Bürgererzieher.
Ihre Aufsätze sind in Abschnitte gegliedert, die Isokrates' Programm der politischen Bildung im Allgemeinen (J.
Ober, T. Poulakos) und im Vergleich zu den Sophisten (J.
Poulakos, E. Haskins), Platon (D. Konstan, K.
Morgan), Aristoteles (D. Depew, E. Garver) und zeitgenössischen Ansichten zur politischen Bildung (R.
Hariman, M. Leff) untersuchen.
Die Autoren zeigen, dass Isokrates' rhetorische Innovationen einen deliberativen Prozess schufen, der moralische Entscheidungen mit politischen Fragen verband und ethische Belange so behandelte, wie sie konkret umgesetzt werden konnten. Seine Vorstellungen von staatsbürgerlicher Bildung schufen somit Perspektiven, die im Gegensatz zum Elitismus des Aristoteles zur Stärkung der Demokratie genutzt werden konnten.