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Israel under Siege: The Politics of Insecurity and the Rise of the Israeli Neo-Revisionist Right
Raffaella A. Del Sarto untersucht die Entstehung von Israels neorevisionistischem Konsens über Sicherheitsbedrohungen und regionale Ordnung, der nach dem Jahr 2000 die israelische Politik und Gesellschaft beherrschte und bis heute anhält.
Der gescheiterte Friedensprozess von Oslo und das Trauma der zweiten palästinensischen Intifada haben diesen Rechtsruck ausgelöst; die Konflikte mit der Hamas und der Hisbollah sowie die aufrührerische Rhetorik des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad haben zusätzlich dazu beigetragen, ein allgemeines Gefühl der Belagerung zu erzeugen. Obwohl Israel realen Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt ist, haben die israelischen Regierungen eine Politik der Unsicherheit betrieben und das Gefühl der Belagerung gefördert und verstärkt. An die Stelle einer lebhaften politischen Debatte ist eine allgemeine Akzeptanz der kompromisslosen Haltung gegenüber der Sicherheit und den Palästinensern getreten.
Die neorevisionistische Rechte, vertreten durch Benjamin Netanjahu und den Likud, hat Israel vom Friedensprozess abgewandt und verfolgt maximalistische territoriale Ambitionen. Aber sie haben es versäumt, eine Vision für ein Ende des Konflikts anzubieten, und es hat kaum eine Debatte darüber gegeben, ob die Hardliner-Politik gegenüber der Region kontraproduktiv ist oder nicht.
Del Sarto erklärt dieses Verschwinden des Dissenses und untersucht die Kosten der israelischen Politik. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich Israels Gefühl, belagert zu werden, verfestigt hat, dass eine Zweistaatenlösung mit den Palästinensern in absehbarer Zeit höchst unwahrscheinlich ist und dass Israels internationale Isolation wahrscheinlich zunehmen wird.
Del Sartos Analyse dieser angespannten politischen Situation wird für Wissenschaftler und Studenten des israelisch-palästinensischen Konflikts, der Nahoststudien und der internationalen Beziehungen von Interesse sein.