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Istwa across the Water: Haitian History, Memory, and the Cultural Imagination
Ehrenvolle Erwähnung, Isis-Duarte-Buchpreis der Sektion Haiti-Dominikanische Republik der Lateinamerikanischen Studienvereinigung
Mit mündlich überlieferten Geschichten und visueller Kunst aus Haiti und zwei seiner afrikanischen Mutterländer erkundet Istwa across the Water die untergegangene Geschichte der Insel mit Hilfe von Methoden, die sich aus ihren tiefen spirituellen und kulturellen Traditionen speisen.
Toni Pressley-Sanon verwendet drei theoretische Anker, um Teile der afrikanischen Diaspora zusammenzubringen, die durch den Sklavenhandel zutiefst zerrissen sind. Der erste ist das Vodou-Konzept der marasa oder der Zwillingseinheiten, das sie verwendet, um Teile von Dahomey (der heutigen Republik Benin) und der Kongo-Region als Zwillingsstätten der kulturellen Produktion Haitis zu identifizieren. Zweitens greift sie auf die Idee des Dichters Kamau Brathwaite zurück, die Gezeitenektik - die Hin- und Herbewegung von Meereswellen - als eine Möglichkeit, den kulturellen Austausch zu betrachten, der durch die transatlantischen Gefangenentransporte in Gang gesetzt wurde. Schließlich sucht Pressley-Sanon nach den Stellen, an denen sich Geschichte und Erinnerung in der Geschichte überschneiden, was durch den kreylischen Begriff istwa ausgedrückt wird.
Indem er die Tendenz, Geschichte linear zu lesen, in Frage stellt, bietet dieser Band einen kühnen neuen Ansatz zum Verständnis der haitianischen Geschichte und zur Vorstellung der haitianischen Zukunft.