
Italian Courts and European Culture
Zwischen dem fünfzehnten und dem achtzehnten Jahrhundert dominierten die Fürstenhöfe die politische Szene Italiens.
Diese Höfe waren blühende Zentren der kulturellen Produktion. Als solche wurden sie zum Vorbild für die europäischen Monarchien, die die italienische höfische forma del vivere („Lebensart“) importierten, um ihre Macht zu legitimieren und ihren sozialen Status zu definieren.
Dieses Phänomen umfasste die Architektur und die Malerei, das Theater und die Musik, die Umgangsformen und die Ästhetik sowie alle Gegenstände, Verhaltensweisen und Überzeugungen, die zur Homogenisierung der europäischen Kultur im Zeitalter des alten Regimes beitrugen. Es handelte sich um ein Ausbluten der Kunst und eine kontinuierliche Zirkulation von Menschen, Texten und Symbolen. Das Ausgangsmaterial für diesen Prozess war der Klassizismus, und sein Ziel war politisch.
Damit wird eine neue Geographie und Chronologie einer wahrhaft europäischen Kulturgeschichte umrissen. Sie liefert auch die Schlüsselmerkmale für die europäische kulturelle Identität.