
J. M. Coetzee and the Idea of the Public Intellectual
Im September 2003 wurde der südafrikanische Schriftsteller J. M. Coetzee mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und bestätigte damit seinen Ruf als einer der einflussreichsten Schriftsteller unserer Zeit. J. M. Coetzee und die Idee des öffentlichen Intellektuellen befasst sich mit dem Beitrag, den Coetzee zur zeitgenössischen Literatur geleistet hat, nicht zuletzt wegen der umstrittenen Vorstöße seines Werks in den politischen Diskurs Südafrikas und in das Feld der postkolonialen Studien.
Der Band thematisiert das ethische Schreiben des Autors und ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis von Coetzees Fiktion und kritischem Denken. Während der Band eine Bestandsaufnahme von Coetzees einzigartiger, modernistischer Reaktion auf die Apartheid- und Postapartheid-Situation in seinen frühen Romanen vornimmt, ist er der erste, der sich ausführlich mit den späteren Werken Disgrace, The Lives of Animals und Elizabeth Costello beschäftigt.
J. M. Coetzee und die Idee des öffentlichen Intellektuellen untersucht Coetzees Rolle als südafrikanischer Intellektueller und als Romancier, seine Haltung zu Fragen der Allegorie und seine Umgehung der Apartheid-Zensur, seine stillschweigende Kritik an der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission, die Aufführung öffentlicher Vorträge seines Alter Ego Elizabeth Costello und seine Erkundungen des Ökofeminismus und der Tierrechte. Die hier versammelten Essays, zu denen auch ein Interview mit dem Nobelpreisträger gehört, bieten neue Blickwinkel auf Coetzees Werk.