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Jacques Derrida and the Challenge of History
In diesem wichtigen neuen Buch wird argumentiert, dass Jacques Derridas Werk als Grundlage für eine eigenständige Geschichtsschreibung betrachtet werden kann. Die Möglichkeit, Derrida nicht als Sprachphilosoph, sondern als Geschichtsphilosoph zu sehen, ist durch die jüngste Veröffentlichung von Derridas Seminar Heidegger 1964-1965 deutlicher geworden: Die Frage des Seins und der Geschichte.
Wir wissen jetzt, dass das Problem der Geschichte im Zentrum von Derridas Schreiben Mitte der 1960er Jahre stand, noch vor der Veröffentlichung seines bekanntesten Werkes Von der Grammatologie (1967). Sean Gaston vertritt die Auffassung, dass Derridas wissenschaftliche Arbeiten der 1960er und frühen 1970er Jahre über Historismus, Historizität und das Problem der Geschichte als Grundlage für eine Geschichtsphilosophie betrachtet werden können.
Er konzentriert sich auf Derridas Arbeiten von Mitte der 1970er bis Mitte der 1990er Jahre und seine unerbittliche Infragestellung von Kontext, Erinnerung und Erzählung als Abgrenzung zu einer dekonstruktiven Geschichtsschreibung. Das Buch fordert Historiker heraus, sowohl über Dekonstruktion als auch über Geschichtsschreibung nachzudenken, und argumentiert, dass die zeitgenössische Philosophie eine Grundlage für das Denken über Geschichte im Namen einer dekonstruktiven Geschichtsschreibung bieten kann, die nicht unvereinbar mit einer strengen Geschichtswissenschaft ist.