
John hat seinen Bruder und sein linkes Bein bei einem Autounfall verloren.
Er versucht, sich zu rehabilitieren und sein Studium an einer Kleinstadtschule fortzusetzen, obwohl ihn das Trauma verfolgt und eine Beinprothese ein Handicap darstellt. Ein professioneller Therapeut drängt Johannes gutmütig dazu, vorwärts zu gehen, aber der introvertierte junge Mann, der dazu neigt, zu viel nachzudenken, sieht einen Abgrund der Bedeutungslosigkeit vor sich.
Vorwärts zu gehen würde bedeuten, zu fallen, aber das ist für einen Außenstehenden schwer zu verstehen. Als Johannes auf den androgynen Ilja trifft, wird der Kontrast zwischen Sinnlosigkeit und zielgerichteter Existenz zu einem provozierenden Riss. Die originelle, die Norm hinterfragende Ilja stößt den Leser zurück in die schwarz-graue Welt des Johannes.
Doch der Meister hat das Gefühl, dass Ilja irgendwie über den anderen steht, und John fürchtet, dass Ilja von seiner Position gestürzt wird. Wie sieht die so genannte zivilisierte Highschool-Gemeinschaft - oder der Rest der Welt - sie; welche Stellung hat ein besonders sensibler, introvertierter, geschlechtsnormierter, dissidenter, neurotypischer, behinderter oder geistig behinderter Mensch in einer Welt, die auf den Bedingungen der normativen Menschen aufgebaut ist? Und wenn Liebe eine Lebenskraft ist, wer hat dann das Recht, ihre Weitergabe einzuschränken?