Bewertung:

Das Buch ist eine Sammlung von kurzen Essays, die sich mit den Themen Altern und Zeit beschäftigen. Während einige Kapitel konzentriert und zugänglich sind, sind andere eher esoterisch und schwieriger zu verstehen. Die fesselndsten Teile sind eher persönliche Anekdoten, während einige Analysen der Sprache rund um die Zeit als weniger interessant angesehen werden. Insgesamt regt das Buch zum Nachdenken an, aber es fehlt ihm an Tiefe in den Essays.
Vorteile:⬤ Interessantes Thema
⬤ persönliche Anekdoten über Katzen und Filme sind fesselnd
⬤ regt zum Nachdenken an.
⬤ Einige Abschnitte sind esoterisch und schwer verständlich
⬤ die Aufsätze sind etwas vergesslich
⬤ die Geschichten sind kurz und könnten mehr Details vertragen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Everyone Dies Young: Time Without Age
"Wir werden von der Zeit überflutet, wir genießen einige Augenblicke davon, wir projizieren uns in sie hinein, erfinden sie neu, spielen mit ihr, wir nehmen uns Zeit oder lassen sie uns entgleiten: Sie ist das Rohmaterial unserer Phantasie. Das Alter hingegen ist die detaillierte Aufzählung der Tage, die vergehen, die einseitige Betrachtung der Jahre, deren Gesamtsumme uns verblüffen kann, wenn man sie aufzählt.
Das Alter zwängt jeden von uns zwischen einem Geburtsdatum, das wir, zumindest im Westen, mit Sicherheit kennen, und einem Verfallsdatum, das wir in der Regel gerne hinausschieben würden. Die Zeit ist eine Freiheit, das Alter ein Zwang. "Marc Auge erinnert sich an seine geliebte Katze aus Kindertagen, die mit dem Alter weiser zu werden schien, obwohl ihr Wesen unverändert blieb.
Er überlegt, ob wir glauben, dass Objekte reifen, obwohl es unsere Wahrnehmung ist, die sich mit der Zeit entwickelt. Er fragt sich, warum öffentliche Demonstrationen von Zuneigung zwischen älteren Menschen den jungen Menschen so unangenehm sind und warum wir uns mit dem Bedauern darüber quälen, was hätte sein können.
Zeit kann befreiend sein, sie ist eine Ressource, die wir verschwenden oder genießen können. Und doch ist das Alter eine Last, gebunden an unsere persönlichen und kulturellen Neurosen.
Mit dem Verständnis eines Ethnologen für Konstruktionen und Praktiken isoliert Auge das Alter von der Entwicklung des Bewusstseins, des Begehrens und der Darstellung des Selbst. In kühnen, augenöffnenden Strichen erklärt er das Alter zu einer physischen Markierung und betrachtet den jugendlichen Zugang zur Welt als das wahre Maß für den Wert des Lebens.