Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Beyond Biology: Rethinking Parenthood in the Catholic Tradition
Die katholische Kirche hat eine lange und vielfältige Geschichte, in der sie verschiedene Formen der Kindererziehung toleriert. Der vorherrschende katholische Rahmen für die Konzeptualisierung von Elternschaft ist jedoch in hohem Maße von der Sorge um Sexualethik und Geschlechternormen beeinflusst. Sexual- und Reproduktionsethik sind zwar wichtig, aber der gegenwärtige Konsens, dass die theologische Betrachtung der Elternschaft notwendigerweise von diesen Fragen abhängt, lenkt die Aufmerksamkeit von den tatsächlichen Erziehungspraktiken in ihrem sozialen und kulturellen Kontext ab. In der Realität werden Verwandtschaft und Fürsorge oft auf komplexe Weise verhandelt.
In Beyond Biology verwendet Jacob M. Kohlhaas eine historische und interdisziplinäre theologische Methode, die sich sowohl analytisch als auch wertschätzend mit der Tradition auseinandersetzt, um eine umfassendere katholische Anthropologie der Elternschaft zu skizzieren. Kohlhaas' Aufzeigen von Interpretationsmöglichkeiten innerhalb der katholischen Tradition schafft Raum für intellektuell überzeugende und theologisch reichhaltige Antworten auf die Herausforderungen, vor denen katholische Eltern und Familien heute stehen.
Indem er die Vielfalt der christlichen Tradition und die zeitgenössische Forschung in den Sozial- und Geisteswissenschaften zusammenführt, gestaltet Kohlhaas ein theologisches Gespräch über Elternschaft als Elternschaft. Seine Diskussion befasst sich mit Adoption und nichtbiologischer Elternschaft, mit Vätern als primären Bezugspersonen und Ernährern, mit der Betreuung durch Geschwister und Großeltern sowie mit gemeinsamer Elternschaft und Co-Elternschaft jenseits des Ehepaares. Kohlhaas ist der Ansicht, dass sich die Vorstellungen von Elternschaft an der Bedeutung der in der Taufe verwurzelten christlichen Verwandtschaft sowie an den tatsächlichen Betreuungsfähigkeiten der Erwachsenen und den Bedürfnissen der Kinder orientieren sollten.