
Beyond Return: Genre and Cultural Politics in Contemporary French Fiction
Nach dem Aufblühen der experimentellen Literatur und Theorie, das die Trente Glorieuses (1945-75) kennzeichnete, wird der "zeitgenössischen" französischen Literatur oft nachgesagt, dass sie sich traditionelleren oder lesbareren Romanformen zuwendet.
Diese Ablehnung der radikalen Ästhetik der französischen Literatur der Jahrhundertmitte, diese Rehabilitierung von fiktionalen Formen, die als subliterarisch, regressiv oder veraltet bezeichnet wurden, hat einen Namen erhalten: die "Rückkehr zur Geschichte". In Beyond Return schlägt Lucas Hollister neue Perspektiven auf die Kulturpolitik solcher Fiktionen vor.
Anhand von Abenteuerromanen, radikalem Noir, postmodernen Krimis, Kriegsromanen und dystopischen Fiktionen zeigt Hollister, wie Autoren wie Jean Echenoz, Jean-Patrick Manchette, Jean Rouaud und Antoine Volodine radikal unterschiedliche Vorstellungen von der Ästhetik der "Rückkehr" entwickeln und damit die Grenzen des Zeitgenössischen, des Französischen und des Literarischen auf unterschiedliche Weise neu ziehen. Dabei plädiert Hollister für die Notwendigkeit, die nostalgische, antimodernistische Rhetorik der "Rückkehr zur Geschichte" zu überwinden, um die Möglichkeiten innovativer zeitgenössischer Genrefiktionen zu würdigen.