
Beyond the Lab and the Field: Infrastructures as Places of Knowledge Production Since the Late Nineteenth Century
Beyond the Lab and the Field analysiert Infrastrukturen als intensive Orte der Wissensproduktion in Amerika, Europa und Asien seit dem späten neunzehnten Jahrhundert. Über die klassischen Orte hinaus, die für die Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse bekannt sind, wird in den Kapiteln dieses Bandes untersucht, wie der Bau und die Instandhaltung von Kanälen, Autobahnen, Dämmen, Bewässerungssystemen, der Ölindustrie und logistischen Netzwerken mit der Schaffung von Know-how und Fachwissen zusammenhingen.
Diese von den Autoren als "wissenschaftliche Bonanzas" bezeichneten Überschneidungen bieten Chancen für großen Reichtum, aber auch Not und Unglück. In diesem Band wird untersucht, wie innovative Technologien Wissenschaftlern und Ingenieuren Forschungsmöglichkeiten boten, da sie für ihre Tätigkeit auf Fachwissen angewiesen waren, was für einige zu enormen Gewinnen führte. Doch wie die Geschichte eines jeden Goldrausches zeigt auch die Geschichte der Infrastruktur seit dem Umweltzeitalter, wie die Technologien der Moderne die Natur veränderten, Gemeinschaften zerstörten und die lokale Umwelt zerstörten.
Die Beiträge konzentrieren sich nicht auf den Siegeszug von Wissenschaft und Technik, sondern auf den ambivalenten Wandel und betrachten die Rolle der Infrastrukturen für Ökologie, Geologie, Archäologie, Bodenkunde, Ingenieurwesen, Ethnografie, Kulturerbe und Polarforschung. Gemeinsam untersuchen sie auch weitgehend übersehene Perspektiven der Moderne: die Abhängigkeit der Infrastruktur vom Wissen und die Infrastrukturen als Orte und Gelegenheiten, die zu einem besseren Verständnis der natürlichen Welt und der technologisch geschaffenen Umwelt führten.