Bewertung:

Jerusalem an der Amstel erzählt die Geschichte der spanischen und portugiesischen Juden, die in Amsterdam eine Gemeinde gründeten, und schildert ihren Weg von der Zwangskonversion bis zur Wiederentdeckung ihrer jüdischen Identität in einem Umfeld relativer Freiheit.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert und bietet eine detaillierte Darstellung der Geschichte einer einzigartigen Gemeinschaft. Es unterstreicht die Rolle Amsterdams als Zufluchtsort vor der Inquisition und hebt die kulturelle und religiöse Wiederbelebung der „Neuen Christen“ hervor. Die Leidenschaft des Autors und seine Konzentration auf einzelne Geschichten machen die Lektüre zu einem besonderen Erlebnis.
Nachteile:Die Erzählung kann manchmal etwas repetitiv sein, was dem Gesamtfluss des Buches abträglich sein kann. Außerdem werden die dunklen Seiten der niederländischen Geschichte während des Zweiten Weltkriegs angesprochen, was für manche Leser schwer sein könnte.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Jerusalem on the Amstel: The Quest for Zion in the Dutch Republic
Das Amsterdam des siebzehnten Jahrhunderts war ein kosmopolitischer Karneval der Nationen: Französische Hugenotten, nordafrikanische Kaufleute, spanische Moriscos - und iberische Neuchristen, ehemals jüdische Familien, die zum Katholizismus konvertiert waren, nun vor der Inquisition flohen und ihren angestammten Glauben wiederentdeckten.
Dies ist die außergewöhnliche Geschichte der wohlhabenden sephardischen Gemeinde von Amsterdam während des Goldenen Zeitalters der Niederlande. Diese Na��o (Nation) von ehemals umherziehenden Juden, die Handel trieben, schrieben, publizierten, Theaterstücke aufführten und sich von Rembrandt malen ließen, ließ sich nicht nur nieder, sondern blühte auf und genoss einen hohen Status und unvergleichliche Freiheit. Zu einer Zeit, als die niederländischen Katholiken unterdrückt wurden und die Juden anderswo im Ghetto eingesperrt waren, wagte es diese Gemeinschaft, die „Hoffnung Israels“ zu nähren, und säte die Saat des Zionismus.
Lipika Pelham zeichnet die fesselnde Geschichte der Amsterdamer Juden nach, von ihrer integralen Rolle im holländischen Wirtschaftswunder und in der Aufklärung bis hin zum düsteren Ende im Jahr 1942, als die Nazis sie in das Jüdische Theater zur Deportation in die Lager trieben. Aber das war nicht der Tod der unverwüstlichen Na��o - Pelham sucht auch nach ihren Nachkommen im heutigen Amsterdam und bietet eine ergreifende Reflexion über die Bedeutung der Nationalität, den Holocaust und das, was von Jerusalem an der Amstel übrig geblieben ist.