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John Gardner: A Tiny Eulogy
John Gardners Karriere wurde durch die Veröffentlichung von On Moral Fiction (1978), einer umstrittenen und verspotteten Einschätzung des Zustands der Literatur, wie Gardner sie sah, nachhaltig verändert. Mit seinem Plädoyer für eine Rückkehr zu mehr Ernsthaftigkeit und moralischem Engagement in der Literatur sah sich Gardner von allen Seiten von Kritikern und Schriftstellern angegriffen, die seinen Konservatismus verdächtig oder schlichtweg irrelevant fanden.
In dieser kurzen Würdigung von Gardners späten intellektuellen Anliegen geht Phil Jourdan auf einige der Schwierigkeiten in On Moral Fiction ein und fragt, ob Gardner bei der Anwendung verschiedener philosophischer Konzepte in seinem Buch rigoros genug war. Jourdan ist davon überzeugt, dass die Grundaussage von On Moral Fiction trotz aller Probleme mit der argumentativen Methode oder der intellektuellen Redlichkeit nicht völlig abgetan werden sollte, und versucht zu bestimmen, was in dem Buch überflüssig ist, damit wir uns auf seinen Kern konzentrieren können: ein Aufruf an die Schriftsteller, ihren moralischen Einfluss auf die Leser nicht zu vergessen.
Jetzt, da Gardners Karriere halbwegs in Vergessenheit geraten ist, lohnt es sich, daran zu erinnern, dass es diese leidenschaftliche und öffentliche Debatte über die Rolle der Literatur schon viel länger gibt, als wir vorgeben wollen: Durch die Jahrhunderte hindurch, in denen die Literatur immer wieder versucht, sich selbst zu definieren, lauert die Frage der Moral immer im Hintergrund. In John Gardner: A Tiny Eulogy versucht Phil Jourdan, den Menschen vom Argument zu trennen, und besteht darauf, dass Letzteres nicht wegen der Unvollkommenheit des Ersteren abgetan werden sollte.