Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung der japanischen Wahrnehmung der Juden in den letzten 400 Jahren und bietet Einblicke in die komplexe Beziehung zwischen den beiden Kulturen, wie sie von dem angesehenen Wissenschaftler Goodman und einem japanischen Kollegen erörtert werden. Einige Leser sind jedoch der Meinung, dass der Text vorhersehbar ist und sich auf Stereotypen stützt.
Vorteile:⬤ Die aufschlussreiche Analyse historischer und aktueller jüdischer Wahrnehmungen in Japan
⬤ gut recherchiert und von angesehenen Wissenschaftlern bestätigt
⬤ bietet eine einzigartige Perspektive, die hilft, die aktuellen sozialen und politischen Einstellungen in Japan gegenüber Juden und Israel zu verstehen.
Etwas pedantisch und vorhersehbar in der Diskussion; man hat den Eindruck, dass sie auf selektiven Daten und stereotypen Annahmen basiert, was dazu führt, dass die Leser das Gefühl haben, mehr über die Autoren als über das Thema zu erfahren.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Jews in the Japanese Mind: The History and Uses of a Cultural Stereotype
Kurz bevor die religiöse Sekte Aum Shinrikyo im März 1995 tödliches Sarin-Gas in der Tokioter U-Bahn freisetzte, veröffentlichte sie ein bösartiges 95-seitiges antisemitisches Traktat, das ihrem jüdischen Erzfeind den Krieg erklärte. Die Vergasung der Tokioter U-Bahn war der Höhepunkt eines Jahrhunderts japanischer Theorien über Juden, von denen ein großer Teil antisemitisch war.
In den letzten Jahren sind Bücher erschienen, in denen Juden für alles Mögliche verantwortlich gemacht werden, von den Motiven auf der japanischen Währung bis zum Erdbeben in Kobe 1995, und einige davon haben sich millionenfach verkauft. Wie erklärt sich diese regelrechte Besessenheit von Juden in Japan - einem Land, in dem es keine Juden gibt? In dieser höchst originellen Kultur- und Geistesgeschichte zeigen David G. Goodman und Masanori Miyazawa, dass die heutige Einstellung der Japaner zu Juden das Ergebnis eines Prozesses ist, der vor fast 200 Jahren begann.
Gekonnt zeichnen sie die historische Entwicklung des japanischen Judenbildes vor dem Hintergrund der Entwicklung der modernen japanischen Kultur nach und beschreiben, wie diese Bilder die großen Themen des modernen japanischen Geisteslebens widerspiegeln. Die Autoren spannen einen Bogen von der Politik bis zur Poesie und zeigen, wie die japanische Haltung gegenüber den Juden reale politische und kulturelle Konsequenzen hatte, die in der Vergasung in der U-Bahn 1995 gipfelten und bis ins einundzwanzigste Jahrhundert hinein nachwirken.