
Imperial Tapestries: Narrative Form and the Question of Spanish Habsburg Power, 1530-1647
Imperial Tapestries stellt einen transnationalen Ansatz zu Fragen der monarchischen Macht und der literarischen Form im Europa der frühen Neuzeit dar. Im Einklang mit Barbara Fuchs' jüngster Forderung nach Überlegungen zu Zentrum und Peripherie in Kontexten der Alten Welt wird untersucht, auf welche Weise einige der bedeutendsten Autoren der Frühen Neuzeit die Strukturen der spanischen habsburgischen Autorität durch "imperiale Texte" - Texte, die die Aufmerksamkeit auf ihren Organisationsprozess lenken - in Frage stellten, um die Wahrnehmungen der Autoren zu den Strukturen der habsburgischen Macht zu reflektieren.
Ausgehend von Fuchs' Konzept der imperium studies, Ideen der Selbstgestaltung und Theorien der frühneuzeitlichen Lektüre untersucht die Studie, auf welche Weise komplexe Erzählformen in der Frühen Neuzeit die in den Erzählungen selbst subtil dargestellte Auseinandersetzung mit den Strukturen der habsburgischen Kaisermacht widerspiegeln. Eine eingehende Lektüre der verschiedenen Stränge, die die Wandteppiche der betreffenden Texte bilden, offenbart eine tiefe Unterströmung des Misstrauens gegenüber verschiedenen Manifestationen der spanischen habsburgischen Macht seitens der Autoren, die deren Auswirkungen am eigenen Leib erfahren hatten.
Unabhängig davon, ob die fraglichen komplexen Erzählungen die Habsburger Monarchen als Monster, Frauenfeind, Zauberin, unnahbare Hirtin oder verrückten Möchtegern-Ritter darstellen, haben sie alle eines gemeinsam: Die verräumlichten Formen, die sie schaffen, korrespondieren direkt mit der Art und Weise, wie die fraglichen Autoren die desillusionierenden Aspekte der habsburgischen Hegemonie wahrnehmen. Zu den in diesem Band untersuchten Autoren gehören Ludovico Ariosto, Garcilaso de la Vega, Jorge de Montemayor, Miguel de Cervantes und Mar a de Zayas.