Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden und aufschlussreichen Überblick über die US-Handelspolitik mit einer detaillierten historischen Analyse, die eine Verbindung zwischen vergangenen Ereignissen und aktuellen Problemen herstellt. Obwohl es intellektuell lohnend und gut geschrieben ist, wird es für seine kleine Schriftgröße kritisiert, die es weniger zugänglich macht.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und gründlich recherchiert
⬤ aufschlussreich mit einer ausgewogenen historischen Perspektive
⬤ enthält Geschichten von menschlichem Interesse
⬤ informativ über die Geschichte der Zölle und die aktuelle Handelspolitik
⬤ empfohlen für Forschung und akademische Zwecke
⬤ ansprechend und lesbar trotz der Dichte.
Die Schriftgröße des Buches ist sehr klein, was die Lektüre für manche schwierig macht; die Thematik kann als trocken oder dicht empfunden werden.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
Clashing Over Commerce: A History of US Trade Policy
Sollten die Vereinigten Staaten für den Handel mit anderen Ländern offen sein oder sollten sie die heimische Industrie vor ausländischer Konkurrenz schützen? Diese Frage hat in der amerikanischen Geschichte immer wieder zu erbitterten politischen Konflikten geführt. Ein solcher Konflikt war unvermeidlich, argumentierte James Madison in den Federalist Papers, weil es in der Handelspolitik um widerstreitende wirtschaftliche Interessen geht. Der Kampf zwischen den Gewinnern und den Verlierern des Handels war schon immer heftig, denn es geht um Geld und Arbeitsplätze: Je nachdem, welche Politik gewählt wird, werden einige Branchen, Landwirte und Arbeitnehmer Erfolg haben, während andere leiden werden.
Douglas A. Irwins Clashing over Commerce ist die bisher maßgebliche und umfassendste Geschichte der US-Handelspolitik und bietet ein klares Bild der verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Kräfte, die sie geprägt haben. Von Anfang an spaltete die Handelspolitik die Nation - zunächst, als Thomas Jefferson ein Embargo gegen den gesamten Außenhandel verhängte, und dann, als South Carolina wegen überhöhter Einfuhrsteuern mit der Abspaltung von der Union drohte. Während des Bürgerkriegs kam es zu einer Hinwendung zum Protektionismus, der dann ständig politisch angegriffen wurde. Die Kontroverse um den Smoot-Hawley-Zoll während der Weltwirtschaftskrise führte dann zu einem Politikwechsel hin zu einem freieren Handel, der Handelsabkommen einschloss, aus denen schließlich die Welthandelsorganisation hervorging. Irwin macht diese turbulente Geschichte nachvollziehbar, indem er zeigt, wie unterschiedliche wirtschaftliche Interessen geografisch gruppiert sind, was bedeutet, dass jede vorgeschlagene politische Änderung im Kongress sowohl Befürworter als auch Gegner fand.
Während die Trump-Administration größere Änderungen der US-Handelspolitik in Erwägung zieht, hilft Irwins umfassende historische Perspektive, die aktuelle Debatte zu beleuchten. Das gründlich recherchierte, aufschlussreiche und detailreiche Buch Clashing over Commerce bietet wertvolle und nachhaltige Einblicke in die US-Handelspolitik in Vergangenheit und Gegenwart.