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Kansas Boy: The Memoir of A. J. Bolinger
Kansas Boy: The Memoir of A. J. Bolinger bietet dem Leser des einundzwanzigsten Jahrhunderts reizvolle und aufschlussreiche Einblicke in das Leben während einer Ära des dramatischen Wandels in der amerikanischen Geschichte. Bolinger beschreibt diese Jahre als "voller Energie und wild vor Ehrgeiz". Das Kansas seiner Kindheit und Jugend war ein Ort, an dem das Leben in rasantem Tempo ablief: Investoren strebten als Stadtentwickler nach Reichtum, Siedler versuchten, wohlhabende Farmen und Ranches zu errichten, und Reformer versuchten, eine ideale Gesellschaft zu schaffen. A. J. beginnt seinen Bericht mit einer lebhaften und detaillierten Beschreibung der Prärie selbst, einschließlich der Tatsache, dass die Grenzsiedlungen von Kansas dabei waren, sich zu festen Gemeinschaften zu entwickeln. Geboren und aufgewachsen in Elk County, Kansas, erzählt er Geschichten über Viehzucht und Viehtriebe. Er erzählt einige der Legenden aus dem frühen Kansas und entlarvt mehr als nur ein paar Mythen über die Grenze. Mit zunehmendem Alter werden seine Schilderungen von der Landwirtschaft und dem Leben in den Kleinstädten immer deutlicher von der landwirtschaftlichen Krise der 1880er und 1890er Jahre geprägt, in der sich die Farmer und Kleinstadtbetriebe mit der wachsenden Macht der Konzerne, insbesondere der Eisenbahn, auseinandersetzen mussten. Dabei bietet er Einblicke in die Anziehungskraft der populistischen Bewegung und den Aufstieg der Volkspartei. Die Herausforderungen führen dazu, dass die Familie Bolinger in die Stadt Topeka umzieht, wo A. J. das Washburn College besucht.
Als College-Student unterstützt er die Abstinenz-Aktivistin Carry Nation bei ihrer Anti-Zigaretten-Kampagne und besucht die neue juristische Fakultät von Washburn. Sein erster Schritt auf dem Weg zu einer lebenslangen juristischen Karriere besteht darin, das Muster seiner Familie und seiner Zeit zu wiederholen und dorthin zu ziehen, wo sich neue Möglichkeiten bieten: in das Gebiet von Oklahoma.
A. J. Bolinger (1881-1977) bietet dem heutigen Leser ein tief empfundenes Erinnerungsbuch mit scharfen Einsichten und durchdachten Kommentaren, die abwechselnd erstaunlich fortschrittlich und zutiefst konservativ sind. Er bietet uns ein besseres Verständnis des Lebens in den Prärien und Ebenen der letzten Jahrzehnte des 19. und des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts.