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Kant on the Human Animal: Anthropology, Ethics, Race
Während Immanuel Kants Darstellung der menschlichen Vernunft bekannt ist und gefeiert wird, ist seine Darstellung der menschlichen Animalität ( Thierheit ) praktisch unbekannt. Tierheit und Vernunft sind als Säulen von Kants Menschenbild ursprünglich und unausrottbar. Und doch ist das Verhältnis zwischen ihnen gespannt: manchmal angespannt und gewalttätig, manchmal komplementär, sogar harmonisch. Kant on the Human Animal bietet die erste systematische Analyse dieser zentralen, aber vernachlässigten Dimension von Kants Philosophie.
David Baumeister zeichnet vier Jahrzehnte von Kants intellektueller Entwicklung nach, indem er die zu Kants Lebzeiten veröffentlichten Werke sowie posthum veröffentlichte Notizen und Vorlesungsmitschriften von Studenten untersucht. Sie zeigen die entscheidende Rolle, die die Animalität in vielen bisher unverbundenen Bereichen von Kants Denken spielt, wie z.B. in seiner Darstellung der ursprünglich vierfüßigen Haltung des Menschen, seiner Theorie der frühkindlichen Entwicklung und seiner Vorstellung vom Prozess der menschlichen Rassendifferenzierung. Beginnend mit einer Darstellung von Kants Verständnis der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren, konzentriert sich Baumeister auf den Beitrag der Animalität zu Kants Ansichten über Ethik, Anthropologie, menschliche Natur und Rasse.
Kant über das menschliche Tier stellt die verschiedenen Aspekte des Kant'schen Denkens in einen einheitlichen Interpretationsrahmen und zeigt, wie für Kant die Menschwerdung erfordert, dass die Animalität nicht verdrängt und überwunden, sondern vielmehr diszipliniert und entwickelt wird. Daraus ergibt sich eine neue Wertschätzung von Kants Menschsein als dem menschlichen Tier, das es ist.