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Kant's International Relations: The Political Theology of Perpetual Peace
Warum beruft sich Immanuel Kant (1724-1804) in seinen wichtigsten Texten zur internationalen Politik immer wieder auf Gott und die Vorsehung? In dieser breit angelegten Studie schlägt Se n Molloy vor, dass Texte wie Idee einer Universalgeschichte mit kosmopolitischer Absicht und Auf dem Wege zum ewigen Frieden nicht vollständig verstanden werden können, ohne auf Kants umfassendere philosophische Projekte Bezug zu nehmen, insbesondere auf die Rolle, die der Glaube an Gott innerhalb der kritischen Philosophie und Kants Untersuchungen zu Anthropologie, Politik und Theologie spielt. Molloys umfassendere Sichtweise offenbart die politisch-theologischen Dimensionen von Kants Denken, die in direktem Zusammenhang mit seinen Versuchen stehen, eine neue Grundlage für die Metaphysik zu finden, indem das Wissen geopfert wird, um Platz für den Glauben zu schaffen.
Dieses Buch wird sicher Kontroversen auslösen. Kant wird als "der größte aller Theoretiker" auf dem Gebiet der Internationalen Beziehungen (IR) gepriesen; insbesondere wird er als Vorläufer des Kosmopolitismus und der Theorie des demokratischen Friedens anerkannt.
Molloy wirft jedoch vor, dass dieses Verständnis von Kant auf Fehlinterpretationen, der Vernachlässigung bestimmter Texte und der Verkennung von Kants Ambivalenzen und Zweideutigkeiten beruht. Molloys Rückbesinnung auf Kants Texte zwingt die Anhänger des Kosmopolitismus und anderer "kantianischer" Denkschulen im IR dazu, ihr Verhältnis zu ihrem vermeintlichen Ahnherrn kritisch zu überprüfen: Letztlich werden sie gezwungen sein, nach anderen philosophischen Ursprüngen zu suchen oder einen Weg zu finden, der Komplexität und den entschieden nicht-säkularen Aspekten von Kants Ideen Rechnung zu tragen.