Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 5 Stimmen.
Kazakhstan in World War II: Mobilization and Ethnicity in the Soviet Empire
Im Juli 1941 befand sich die Sowjetunion in tödlicher Gefahr. Angesichts der Nazi-Invasion und der katastrophalen Verluste rief Stalin das sowjetische Volk auf, "alles den Bedürfnissen der Front unterzuordnen".
Kasachstan folgte dieser Aufforderung. Stalin hatte schon lange versucht, das kasachische Leben umzustrukturieren, um die Bevölkerung zu modernisieren - aber die totale Mobilisierung während des Krieges erforderte neue Taktiken und führte zu einzigartigen Ergebnissen. Kazakhstan in World War II analysiert diese Prozesse und ihre Auswirkungen auf die Kasachen und die Sowjetunion als Ganzes.
Das Buch ist die erste englischsprachige Studie über eine nicht-russische Sowjetrepublik während des Zweiten Weltkriegs und untersucht, wie der Krieg die offizielle Politik gegenüber den ethnischen Gruppen der Region veränderte - und die Integration Zentralasiens in die sowjetischen Institutionen beschleunigte. Der Zweite Weltkrieg gilt weithin als Wendepunkt für Russland und die Sowjetunion - der Konflikt legitimierte nicht nur die Institutionen und Ideologien der Vorkriegszeit, sondern bot auch ein Medium für die Integration einiger Gruppen und die Ausgrenzung anderer.
Kasachstan im Zweiten Weltkrieg erklärt, wie sich diese Prozesse in der ethnisch vielfältigen und sozial "rückständigen" kasachischen Republik abspielten. Roberto J.
Carmack stellt eine Fülle von Archivmaterial, offiziellen Medienquellen und persönlichen Erinnerungen zusammen, um eine eingehende Untersuchung der ethnischen Politik der Roten Armee während des Krieges, der sowjetischen Propaganda für nicht-russische Gruppen, der wirtschaftlichen Strategien in der zentralasiatischen Peripherie und der Verwaltungspraktiken gegenüber deportierten Gruppen zu erstellen. Indem er die bisher vernachlässigte Rolle Kasachstans im Zweiten Weltkrieg in den Vordergrund rückt, füllt Carmacks Arbeit eine wichtige Lücke in der Geschichte der Region und wirft ein neues Licht auf unser Verständnis sowjetischer Identitäten.