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No Want of Courage: The British Army in Flanders, 1793-1795
In der Geschichtsschreibung über die Feldzüge des achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhunderts dominieren operative Erzählungen und Biografien hoher Offiziere. Wie die Armeen personell ausgestattet, verpflegt und medizinisch versorgt wurden, war entscheidend für ihre erfolgreiche Leistung im Feld, doch über diese Schlüsselfragen ist viel weniger bekannt. Augenzeugenberichte heben Fälle von Missmanagement hervor, doch da sie das Gewöhnliche außer Acht lassen, können sie ein verzerrtes Bild der Realität vermitteln, während sich die veröffentlichten Informationen über die Organisation der britischen Armee in dieser Zeit auf die Verwaltung im Inland beschränken, nicht aber auf die einer Expeditionsstreitmacht in Übersee. Durch die Verwendung überwiegend unveröffentlichter Quellen, einschließlich der vom Hauptquartier des Duke of York herausgegebenen General Orders, war es möglich, beträchtliche Details über die für das tägliche Funktionieren einer Armee im Feldzug erforderlichen Strukturen zu liefern. Dazu gehörten auch die Männer, die in den Stäben, im Kommissariat und in der medizinischen Abteilung eingesetzt wurden, ihre Eignung, ihre Ernennung und ihre alltäglichen Aufgaben.
Die interne Organisation der kämpfenden Einheiten der britischen Armee wird oft als selbstverständlich angesehen, aber der Beginn eines Krieges im 18. Jahrhundert führte unweigerlich zu einer raschen Expansion und zu bedeutenden Entwicklungen bei den Rekrutierungsmethoden. Mit dem zunehmenden Anteil an Rekruten sanken der Zusammenhalt und die Erfahrung der Einheiten, sowohl bei den Offizieren als auch bei den Männern, was sich auf die Disziplin, die Einsatzfähigkeit und die Gesundheit auswirkte - alles Faktoren, die in den üblichen Feldzugserzählungen oft übersehen werden. Eine Schlüsselkomponente der kämpfenden Truppen in Flandern waren die Artillerie- und Pioniereinheiten, die so oft vernachlässigt werden, aber für die Bereitstellung von Feuerkraft und technischem Fachwissen so wichtig sind. Ebenso in Vergessenheit geraten ist die große Zahl von Frauen und Kindern, die die Truppen offiziell im Feld begleiteten, die alle unter militärischer Disziplin standen und von der Armee versorgt wurden. Ihre Zahl, ihre Aufgaben und ihre Erfahrungen in Flandern werden im Detail beschrieben.
Das Fundament der gesamten Verwaltungsstruktur der Armee im Feldzug waren ihre Beziehungen zu den entsprechenden Organisationen im Inland. Die Leistung im Feld hing in hohem Maße von der Effizienz der Arbeitsbeziehungen auf beiden Seiten ab. Die Strukturen entwickelten sich im Laufe des 18. Jahrhunderts weiter und wurden nach und nach formalisiert, wobei die Aufgaben der einzelnen Funktionen immer genauer definiert wurden - ein Prozess, der bis zur Niederlage Napoleons 1815 andauern sollte. Der Flandernfeldzug stellte einen Schlüsselpunkt in diesem Entwicklungsprozess zu Beginn der Franzosenkriege dar.