
Church and State in Spanish Italy: Rituals and Legitimacy in the Kingdom of Naples
In dieser Studie analysiert C. Line Dauverd die Verbindung zwischen dem frühneuzeitlichen Imperialismus und der Religion über das Prinzip der „guten Regierung“.
Sie zeigt auf, wie die spanischen Vizekönige in Süditalien durch ihre Teilnahme an religiösen Prozessionen, die Bildung von Bündnissen mit Minderheiten und ihr Engagement in lokalen Wohltätigkeitsorganisationen eine neue politische Ordnung anstrebten. Zur guten Regierungsführung der Vizekönige gehörten Diplomatie, Kompromissbereitschaft und Pragmatismus sowie ein hohes Maß an christlicher Ethik und Moral, die sich in ihrem Umgang mit Ritualen manifestierten. Die spanischen Vizekönige waren weniger idealistische Sozialreformer als vielmehr Rechtspragmatiker, die sich einer politischen Vision verschrieben hatten, die den Fortbestand des spanischen Reiches sicherte.
Die Vizekönige lösten das Spannungsverhältnis zwischen christlichen Idealen und spanischem Imperialismus durch den Aufbau religiöser Bindungen mit der lokalen Bevölkerung. Mit einem neuen Ansatz für die euro-mediterrane Geschichte zeigt Dauverd, wie die Vizekönige eine neue politische Ordnung sicherten, und bewertet die Beiträge Spaniens zur europäischen Welt der frühen Neuzeit neu.