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Classical Nashville: Unfinished, Open-Ended, Global
Anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums von Tennessee bieten vier renommierte Autoren neue Einblicke und ein breiteres Verständnis für die klassischen Einflüsse, die die architektonische, kulturelle und bildungspolitische Geschichte der Hauptstadt geprägt haben.
Nashville war vieles: Grenzstadt, Schlachtfeld des Bürgerkriegs, Mekka des Neuen Südens und Music City der USA. Die Stadt ist Sitz mehrerer religiöser Konfessionen und beherbergt einige der größten Versicherungs-, Gesundheits- und Verlagskonzerne des Landes. Sowohl kulturell als auch geografisch zwischen Nord und Süd, Ost und West gelegen, befindet sich Nashville in einem Geflecht von oft konkurrierenden Widersprüchen.
Ein verbindliches Bild der bürgerlichen Identität hat sich jedoch durch die gesamte Geschichte Nashvilles hindurch gehalten: die klassischen griechischen und römischen Ideale von Bildung, Kunst und gesellschaftlicher Teilhabe, die der Stadt schon früh den Beinamen "Athen des Westens" und schließlich, mit der Besiedlung des Gebiets jenseits des Mississippi, den Beinamen "Athen des Südens" einbrachten.
Classical Nashville ist mit fast hundert Archiv- und zeitgenössischen Fotos illustriert und zeigt, wie Nashville diese Bezeichnung durch die Übernahme klassischer Metaphern in verschiedenen Bereichen verdient hat: die Bildungs- und Literaturgeschichte, von den ersten Akademien bis zur Gründung der Fugitive-Bewegung an der Vanderbilt-Universität; der Klassizismus der öffentlichen Architektur der Stadt, einschließlich des Kapitols und der Parlamentsgebäude; die Entwicklung des Neoklassizismus in Wohnhäusern und Privatgebäuden; und die Geschichte und der aktuelle Zustand des Parthenon, des ultimativen Symbols des klassischen Nashville, mit der beeindruckenden 42 Fuß hohen Statue der Athene des Bildhauers Alan LeQuire.
Vielleicht fängt der Nashville-Autor John Egerton das Wesen dieser modernen Stadt mit ihren festen Wurzeln in der Vergangenheit am besten ein. Er verortet Nashville "irgendwo zwischen dem 'Athen des Westens' und 'Music City, U.S.A.', zwischen dem Schmutz einer Eisenbahnstadt und dem Glanz von Opryland, zwischen Robert Penn Warren und Robert Altman". Nashvilles klassische Identifikationen waren schon immer eher zukunftsorientiert als antiquarisch: ehrgeizig, demokratisch, unternehmerisch und kulturell substanziell. Classical Nashville feiert die Fortführung klassischer Ideale im heutigen Nashville, Ideale, die nicht als Denkmäler einer verlorenen Vergangenheit dienen, sondern als Quellen der Energie, Kreativität und Vorstellungskraft für die Zukunft einer Stadt.