Bewertung:

Small Boats and Daring Men von B.J. Armstrong untersucht den oft übersehenen Bereich der irregulären Seekriegsführung in der frühen amerikanischen Marinegeschichte. Anhand von Fallstudien von der Amerikanischen Revolution bis in die 1830er Jahre zeigt das Buch die Bedeutung des „guerre de razzia“ als entscheidende Komponente der Marinestrategie auf. Der Autor stellt sowohl bekannte als auch weniger bekannte Marineoperationen vor und verknüpft historische Lehren mit modernen Seetaktiken und -strategien.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, fesselnd geschrieben und leicht zugänglich, so dass es sich sowohl für Historiker als auch für allgemeine Leser eignet. Es bietet neue Perspektiven für Marineoperationen, insbesondere für die irreguläre Kriegsführung, und stellt eine Verbindung zwischen historischen Ereignissen und heutigen Marinestrategien her. Die Erzählung ist abenteuerlich und detailliert, aber auch für Militärexperten informativ. Viele Leser fanden sie fesselnd und aufschlussreich, was sie zu einem bedeutenden Beitrag zur Marinegeschichte macht.
Nachteile:Einige Rezensenten waren der Meinung, dass die Einleitung und die ersten Kapitel schwach oder etwas unbeholfen sind und die Punkte in anderen Werken besser formuliert werden. Einige wenige äußerten sich enttäuscht über fehlende Seiten in ihren Exemplaren oder fanden bestimmte Kapitel weniger fesselnd als andere. Insgesamt wird zwar die zweite Hälfte des Buches gelobt, aber der Anfang mag nicht das Interesse aller Leser wecken.
(basierend auf 15 Leserbewertungen)
Small Boats and Daring Men, 66: Maritime Raiding, Irregular Warfare, and the Early American Navy
Zwei Jahrhunderte bevor die waghalsigen Heldentaten der Navy SEALs und der Marine Raiders die Öffentlichkeit in ihren Bann zogen, waren die US Navy und das Marine Corps bereits mit ähnlich gefährlichen Missionen beschäftigt: Sie überfielen Piratenlager, griffen feindliche Schiffe in der Dunkelheit der Nacht an und griffen feindliche Einrichtungen und Ressourcen an Land an. Selbst John Paul Jones, der Vater der amerikanischen Marine, betrachtete solche irregulären Operationen als entscheidend für die Seekriegsführung. Ausgehend von Jones' eigenen Erfahrungen versucht Benjamin Armstrong, die irreguläre Seekriegsführung aus dem Schatten der Blauwasserschlachten, die die Marinegeschichte dominieren, herauszuholen. Dieses Buch, die erste historische Studie dieser Art, liefert ein überzeugendes Argument für Raubzüge und irreguläre Seekriegsführung als Schlüsselelemente in der Geschichte der amerikanischen Seemacht.
Beginnend mit der Continental Navy zeichnet Small Boats and Daring Men die maritimen Missionen in den Kriegen der frühen Republik nach, von der Küste des heutigen Libyens bis zu den Flüssen und Buchten der Chesapeake Bay. Gleichzeitig untersucht Armstrong die Konflikte der Epoche mit nichtstaatlichen Feinden und die Bedrohung amerikanischer Interessen in Friedenszeiten an den Küsten des Pazifiks und der Karibik. Armstrong bringt eine einzigartig fundierte Perspektive auf sein Thema ein.
Sein Werk, das sich auf originale Einsatzberichte der Marine, Memoiren und Tagebücher von Matrosen sowie die Korrespondenz von Offizieren stützt, ist zugleich eine spannende Erzählung von Gefahren und Kämpfen auf See und eine gründliche Analyse der Einordnung dieser Ereignisse in die Konzepte der amerikanischen Seemacht.
Dieses Buch bietet einen neuen, kritischen Blick auf die Marinegeschichte der frühen amerikanischen Ära und wirft gleichzeitig grundlegende Fragen für die Marinestrategie des 21. Jahrhunderts auf.