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Commanding Petty Despots: The American Navy in the New Republic
Kleine Despoten befehligen: The American Navy in the New Republic erzählt die Geschichte der Entstehung der amerikanischen Marine. Anstatt sich auf die bekannten Fregattenduelle und Flottengefechte zu konzentrieren, betont Thomas Sheppard die übersehene Geschichte der institutionellen Gründung der Marine.
Sheppard untersucht die zivile Kontrolle des Militärs und wie sich dieses Konzept in der frühen amerikanischen Republik entwickelte. Für Marineoffiziere, die von Ehre und Ansehen besessen waren, war es nie ein Problem, sich in Gefahr zu begeben, aber sie waren weit weniger begeistert, Befehle von einem zivilen Marineminister entgegenzunehmen. Kapitäne, die es gewohnt waren, auf See Befehle zu erteilen und absoluten Gehorsam zu erwarten, waren schnell bereit, sich ihren Vorgesetzten in Washington gegenüber aufmüpfig zu verhalten.
Die zivile Regierung entmutigte solche Gedanken nicht immer. Die neue amerikanische Nation brauchte Führungspersönlichkeiten, die auf ihre Ehre bedacht und zu heroischen Taten im Namen ihrer Nation bereit waren.
Während der Revolution und der Quasi- und Berberkriege konnten die unbequemsten Offiziere auch die effektivsten sein. Der erste Marineminister Benjamin Stoddert duldete den Ungehorsam von "temperamentvollen" Offizieren, die der amerikanischen Republik den Respekt der europäischen Mächte sicherten. Am Ende des Krieges von 1812 hatte sich die Kultur des Offizierskorps der Marine jedoch erheblich weiterentwickelt, was die zivil-militärischen Spannungen anging.
Eine neue Generation von Marineoffizieren, die weitaus pflichtbewusster und unterwürfiger war, hatte sich durchgesetzt, und Stodderts Nachfolger forderten vom Offizierskorps zunehmend die Anerkennung der zivilen Oberhoheit. Obwohl die Einrichtung des Board of Navy Commissioners im Jahr 1815 dem Offizierskorps eine größere Rolle bei der Verwaltung der Marine zugestand, war die Autorität des Marineministers - als verlängerter Arm des Präsidenten - zu diesem Zeitpunkt bereits fest verankert.