
Small Stories, Interaction and Identities (Georgakopoulou Alexandra (King's College London))
Die Erzählforschung wird häufig als ein vielfältiges Unternehmen beschrieben, doch die Art der narrativen Daten, auf die sie sich stützt, weist eine auffällige Übereinstimmung auf: Sie sind in der Regel autobiografisch und werden in Interviews erhoben.
In diesem Buch wird versucht, neben diesem Erzählkanon auch den Geschichten einen Platz einzuräumen, die es nicht in den Mainstream der Erzähl- und Identitätsanalyse geschafft haben, die aber reichlich vorhanden sind und die in alltäglichen Interaktionskontexten wichtige Orte der Subjektivität darstellen. Indem das Buch diese Geschichten als „klein“ bezeichnet, unterstreicht es ihre Besonderheit, sowohl in Bezug auf die Interaktion als auch als Gegenpol zur Tradition der Forschung über „große“ Erzählungen.
Das Buch stützt sich in erster Linie auf die Audioaufnahmen von kleinen Geschichten einer Gruppe weiblicher Jugendlicher, die in einer griechischen Stadt ethnografisch untersucht wurden, und verfolgt einen sprachfokussierten und praxisorientierten Ansatz, um neue Antworten und Perspektiven auf einige der immerwährenden Fragen der Erzählanalyse zu geben: Wie können wir die wichtigsten Konzepte von Erzählerschaft, Struktur und Bewertung in kleinen Geschichten (neu) konzeptualisieren? Wie hängen die erzählenden Identitäten der Teilnehmer mit ihren größeren sozialen Identitäten zusammen? Und schließlich: Was bedeutet das Projekt des Erzählens von sich selbst (und anderen) in kleinen Geschichten und wie kann es am besten erforscht werden?