Bewertung:

Das Buch ist eine eingehende Untersuchung der Geschichte und der sozialen Dynamik eines kleinen Dorfes in der Ukraine, das seine bewegte Vergangenheit vom 19. Jahrhundert über den Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart nachzeichnet. Es bietet eine detaillierte Darstellung des Leidens und der Widerstandsfähigkeit verschiedener ethnischer Gruppen, insbesondere in Zeiten des Konflikts.
Vorteile:⬤ Die fesselnd zu lesende
⬤ tief bewegende Erzählung
⬤ reich an Details und historischem Kontext
⬤ verbindet persönliche Geschichten mit breiteren historischen Ereignissen
⬤ bietet wertvolle Einblicke in rassische und ethnische Spannungen
⬤ relevant für aktuelle Ereignisse
⬤ gut dokumentiert.
Die Erzählung ist überwältigend tragisch und traurig, mit wenig Erleichterung von dem Schmerz der dargestellten Geschichte; einige Leser könnten es emotional anstrengend finden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Small Town in Ukraine - The place we came from, the place we went back to
Vor Jahrzehnten machte sich der Historiker Bernard Wasserstein auf den Weg, um die verborgene Vergangenheit der Stadt vierzig Meilen westlich von Lemberg aufzudecken, in der seine Familie Krakowiec (Krah-KOV-yets) lebte. In diesem Buch erzählt er ihre dramatische und traumatische Geschichte.
Ich wollte beobachten und verstehen, wie sich einige der großen Kräfte, die unsere Zeit geprägt haben, auf die einfachen Menschen auswirkten. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches, oft bewegendes Buch. Wasserstein zeichnet den Bogen der Geschichte über Jahrhunderte religiöser und politischer Konflikte nach, als Heere von Kosaken, Türken, Schweden und Moskowitern in der Region wüteten.
Im Zeitalter der Aufklärung baute der polnische Magnat Ignacy Cetner seinen Palast in Krakowiec und schuf mit seiner temperamentvollen Tochter, Prinzessin Anna, ein Arkadien der Raffinesse und Gelassenheit.
Unter den Habsburger Kaisern nach 1772 entwickelte sich Krakowiec zu einem typischen Schtetl mit einer bunt gemischten Bevölkerung aus Polen, Ukrainern und Juden. Im Jahr 1914 kam es zur Katastrophe.
Sieben Jahre des Schreckens und des Gemetzels“ hinterließen ein Erbe von heftigen nationalen Gegensätzen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Juden unter den von Wasserstein erschütternd beschriebenen Umständen ermordet. Nach dem Krieg wurden die Polen vertrieben und die Stadt schrumpfte zu einem Grenzvorposten.
Heute wird Krakowiec erneut vom Sturm der Geschichte heimgesucht, wenn Horden von Flüchtlingen aus der Ukraine nach Polen fliehen und um ihr Leben kämpfen. Zu Beginn und am Ende des Buches treffen wir auf Wassersteins eigene Familie, insbesondere auf seinen Großvater Berl. In ihrem Leben und dem vieler anderer, die Wasserstein wiederentdeckt hat, werden die Menschen von Krakowiec zu einem Prisma, durch das wir die schockierende Unmittelbarkeit der Geschichte spüren können.
Eine kleine Stadt in der Ukraine“ ist ein originelles und brillantes Meisterwerk der Wiederentdeckung und Erkenntnis.