
Knossos: From First to Second Palace: An Integrated Ceramic, Stratigraphic, and Architectural Study
In diesem Band wird die Keramik aus einer Reihe von Ablagerungen vorgestellt, die von Sir Arthur Evans im Palast von Knossos ausgegraben und von ihm dem letzten Teil der Mittleren Bronzezeit oder Mittelminoisch III zugeordnet wurden. Die erheblichen architektonischen Veränderungen in dieser Zeit werden zusammen mit der Stratigraphie untersucht, um die Keramikablagerungen in den richtigen Kontext zu stellen.
Mittelminoisch III war die Zeit, in der Knossos seinen Einflussbereich auf ganz Kreta auszudehnen schien: von der Ersten Palastperiode, als die Paläste in Malia und Phaistos mit Knossos konkurrierten, zur Zweiten Palastperiode, als sie anscheinend zurückgingen und andere kleinere Paläste gebaut wurden. Diese Veränderungen vollzogen sich im Laufe der mittelminoischen III Periode, die Evans in zwei Unterphasen unterteilt, MM IIIA und MM IIIB. Zur Definition dieser Phasen zog er zahlreiche Palastdepots heran.
Allerdings stellte er die Keramik, die Stratigraphie und die Architektur nicht vollständig dar, was schließlich zu einer gewissen Unklarheit über den Status der Periode führte. In dieser detaillierten Studie werden mehr als ein Dutzend dieser Kontexte erneut untersucht, um eine solidere Grundlage für die Phaseneinteilung und Nutzung des mittelminoischen III-Palastes zu schaffen.
Die Untersuchung bestätigt, dass es möglich ist, nicht nur zwischen MM IIIA und MM IIIB, sondern auch zwischen dem frühen und späten MM IIIA zu unterscheiden; diese Unterscheidung ermöglicht ein differenzierteres Verständnis der bedeutenden Veränderungen in der Architektur und der materiellen Kultur, die stattfanden. Die keramische Analyse verdeutlicht darüber hinaus einige der Funktionen des Palastes in dieser Zeit: eine Vielzahl konischer Tassen und sehr wenige feine Tafelservice deuten auf besondere Arten von Festmahlzeiten hin; außerdem gibt es eine große Anzahl importierter Transport- und Lagerwaren von Orten außerhalb der Inseln in der Ägäis, wie den Kykladen, dem Dodekanes und der anatolischen Küste, was auf ein bisher nicht erkanntes Maß an Verbindungen und Austausch hinweist.
Dieser Band zeigt, dass durch die Anwendung einer Methodik, die keramische, stratigrafische und architektonische Zeugnisse integriert, viele neue Informationen aus den vor mehr als einem Jahrhundert ausgegrabenen Hinterlassenschaften gewonnen werden können.