
Cognitive Technology: In Search of a Humane Interface Volume 113
In diesem Buch haben die Herausgeber eine Reihe von Beiträgen von Personen versammelt, die sich mit Problemen der kognitiven Technologie (CT) beschäftigt haben. Die vorliegende Sammlung gibt den Anstoß zur Erkundung des menschlichen Geistes anhand der Technologien, die der Geist hervorbringt. Ausgangspunkt dieser Untersuchungen ist die Frage: Was geschieht, wenn Menschen neue Technologien produzieren? Dabei werden zwei voneinander abhängige Perspektiven eingenommen, aus denen eine solche Produktion betrachtet werden kann:
- Wie und warum Konstrukte, die ihren Ursprung im menschlichen Geistesleben haben, in physischen Umgebungen verkörpert werden, wenn Menschen ihren Lebensraum herstellen, bis hin zu dem Punkt, dass diese Konstrukte zu eben diesem Lebensraum werden.
- Wie und warum diese fabrizierten Lebensräume das menschliche Geistesleben beeinflussen und in dieses zurückwirken.
Ziel des CT-Forschungsprogramms ist es, allgemein zu bestimmen, welche Technologien, und insbesondere welche interaktiven computergestützten Technologien, im Hinblick auf die kognitive Entwicklung und die evolutionäre Anpassung ihrer Endnutzer human sind. Aber was bedeutet es wirklich, in einer technologischen Welt human zu sein? Um diese zentrale Frage zu erhellen, werden weitere relevante Fragen aufgeworfen, z. B.
- Warum wird der menschliche Verstand externalisiert, d. h., welchem Zweck dient der Prozess der Externalisierung?
- Was können wir über den menschlichen Geist lernen, wenn wir untersuchen, wie er sich selbst externalisiert?
- Wie verändert die Verwendung von externalisierten mentalen Konstrukten (den Objekten, die wir "Werkzeuge" nennen) den Menschen grundlegend?
- Inwieweit dient die menschliche Interaktion mit der Technologie der Erweiterung der menschlichen Kognition, und inwieweit führt sie zu einer Verkümmerung des menschlichen Geistes?
Das Buch fordert dazu auf, darüber nachzudenken, was ein Werkzeug ist. Es werden starke Parallelen zwischen dem CT und dem Umweltschutz gezogen: beide werden als Tendenzen gesehen, die ihren Ursprung in unserem Bedürfnis haben, zu verstehen, wie wir mit Hilfe der von uns geschaffenen Werkzeuge unseren natürlichen Lebensraum manipulieren, der einerseits aus der kognitiven Umgebung besteht, die das Denken erzeugt und das Handeln bestimmt, und andererseits aus der physischen Umgebung, in der Denken und Handeln realisiert werden. Beide Strömungen sind bestrebt, den menschlichen Lebensraum vor ungewollten oder unkontrollierten Einflüssen der Technik zu schützen, und befassen sich letztlich mit der Ethik und Ästhetik der Werkzeuggestaltung und des Werkzeuggebrauchs.
Unter den von den Autoren des Buches ausgewählten Themen kristallisieren sich folgende heraus (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit): Einsatz von Technologie zur Befähigung kognitiv eingeschränkter Menschen; Ethik versus Ästhetik der Technologie; die Externalisierung des Gefühls- und Affektlebens und ihre speziellen dialektischen ("Spiegel"-) Effekte; Kreativitätssteigerung: Kognitiver Raum, Problemlösbarkeit; Externalisierung des sensorischen Lebens und mentaler Bilder; die technischen und modellierenden Aspekte des externalisierten Lebens; externalisierte Kommunikationskanäle und innerer Dialog; externalisierte Lernprotokolle; Relevanzanalyse als theoretischer Rahmen für kognitive Technologie.