Bewertung:

Das Buch bietet aufschlussreiche Perspektiven zur Komplexitätsökonomie und präsentiert einen revolutionären Ansatz zum Verständnis von Wirtschaftssystemen, der über die traditionellen neoklassischen Ansichten hinausgeht. Es enthält eine Reihe von Beiträgen von Brian Arthur, in denen die Entwicklung dieser Ideen über zwei Jahrzehnte hinweg dargestellt wird. Während viele Leser das Buch faszinierend und gut präsentiert finden, gibt es Kritik an seiner Tiefe und Schlüssigkeit.
Vorteile:⬤ Revolutionäre Ideen in der Komplexitätsökonomie
⬤ großartige Einführung in die Betrachtung der Wirtschaft als komplexes System ohne Gleichgewicht
⬤ interessante Diskussionen über historische Perspektiven
⬤ zugänglich für Leser mit ökonomischem Grundwissen
⬤ aufschlussreiche Kritik an traditionellen rationalen ökonomischen Annahmen.
⬤ Einige Abschnitte werden als zu einführend empfunden und es fehlt an angemessenen Schlussfolgerungen
⬤ von einigen Lesern als oberflächlich empfunden
⬤ sich wiederholende Konzepte ohne neue Erkenntnisse für erfahrene Studenten
⬤ mathematische Modelle nicht klar erklärt
⬤ bietet keine bahnbrechenden Ideen für diejenigen, die mit der Wirtschaftsgeschichte vertraut sind.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
Complexity and the Economy
Die Wirtschaft ist im Wandel. In den letzten Jahren hat sie eine Reihe von neuen Ansätzen hervorgebracht. Einer der vielversprechendsten - Komplexitätsökonomie - wurde in den 1980er und 1990er Jahren von einem kleinen Team am Santa Fe Institute entwickelt. Der Wirtschaftswissenschaftler und Komplexitätstheoretiker W. Brian Arthur leitete dieses Team und hat in diesem Buch viele seiner Artikel über diesen neuen Ansatz zusammengefasst. Der traditionelle Rahmen sieht das Verhalten in der Wirtschaft in einem gleichgewichtigen, stabilen Zustand. Die Menschen in der Wirtschaft sehen sich mit wohldefinierten Problemen konfrontiert und stützen sich bei ihren Handlungen auf perfekte deduktive Überlegungen. Im Gegensatz dazu sieht der Komplexitätsrahmen die Wirtschaft als einen ständigen Prozess an, der sich ständig verändert. Die Menschen versuchen, die Situationen, mit denen sie konfrontiert sind, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Argumenten zu verstehen, und schaffen gemeinsam Ergebnisse, auf die sie individuell neu reagieren müssen. Die daraus resultierende Wirtschaft ist keine wohlgeordnete Maschine, sondern ein komplexes, sich entwickelndes System, das unvollkommen ist, sich immer wieder neu konstruiert und vor Vitalität strotzt.
Die neue Sichtweise ergänzt und erweitert die herkömmliche, und sie hilft bei der Beantwortung vieler Fragen: Warum zeigt der Aktienmarkt Stimmungen und eine Psychologie? Warum neigen High-Tech-Märkte dazu, von einem oder zwei sehr großen Akteuren dominiert zu werden? Wie bilden sich Volkswirtschaften, und wie verändern sie im Laufe der Zeit ihre Struktur?
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