Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Kings and Clans: Ijwi Island and the Lake Kivu Rift, 1780-1840
David Newbury rekonstruiert die Geschichte der Könige und Clans im Kivu-Graben (an der Grenze zwischen dem heutigen Ruanda und Zaire) in einer Zeit entscheidender sozialer Veränderungen und erweitert damit unser Verständnis der sozialen Prozesse und des Wachstums der staatlichen Macht in Afrika. Jahrhunderts trugen viele Faktoren zur Entstehung neuer sozialer Beziehungen in der Region des Kivu-Sees bei - ökologische Veränderungen, Bevölkerungsbewegungen, die Ausdehnung des ruandischen Staates von Osten her, die Entstehung neuer politischer Einheiten im Westen und die Wanderung vieler Bevölkerungsgruppen und ihrer rituellen Formen durch das Gebiet.
Newbury befasst sich insbesondere mit der Rolle der Clans bei der Gründung eines neuen Königreichs auf der Ijwi-Insel im Kivu-See. Auf der Grundlage detaillierter ethnografischer Beobachtungen der sozialen und rituellen Organisation der Ijwi-Gesellschaft, umfangreicher mündlicher Überlieferungen und schriftlicher Quellen zeigt Newbury, dass die Clans auf Ijwi keine statischen Gebilde waren und dass die Gründung einer königlichen Familie auf der Insel nicht das Ergebnis militärischer Eroberungen und interner sozialer Brüche war.
Vielmehr veränderten sich die Clan-Identitäten im Laufe der Zeit, und diese Veränderungen erleichterten die Entstehung des Königtums auf Ijwi. Durch eine detaillierte Untersuchung der Nachfolgekämpfe, der lokalen Faktoren, die den Ausgang dieser Kämpfe beeinflussten, und der spezifischen Beteiligung von Clans an öffentlichen Ritualen, die das Königtum legitimierten, veranschaulicht Newburys Studie die Bedeutung von Clan-Identitäten sowohl für die Entstehung staatlicher Macht als auch für deren Reproduktion im Laufe der Zeit.