
Bankruptcy and Debt Collection in Liberal Capitalism: Switzerland, 1800-1900
Ausgehend von Perspektiven der Anthropologie und der Sozialtheorie untersucht dieses Buch die alltäglichen Routinen der Schuldeneintreibung im Kapitalismus des 19. Es konzentriert sich auf die Schweiz, einen exemplarischen Fall liberaler Herrschaft.
Bis zu ihrer Vereinheitlichung durch ein Bundesgesetz im Jahr 1889 stützten sich Inkasso und Konkurs auf überlieferte Praktiken. Das breite Spektrum dieser Praktiken wurde durch den idiomatischen Schweizer Rechtsbegriff "Rechtstrieb" zusammengefasst. Die Analyse dieser Formen der summarischen Rechtsprechung öffnet ein Fenster zu den behelfsmäßigen Ökonomien und den umstrittenen politischen Vorstellungen des Alltagslebens im neunzehnten Jahrhundert.
Jahrhunderts. Letztlich liefert das Buch eine empirisch fundierte und theoretisch informierte Geschichte der alltäglichen Rechtspraktiken in der Alltagsökonomie; es ist ein Plädoyer für ein Studium des Kapitalismus von unten nach oben.