Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Erkundung der Entwicklung der Kognition in der Evolution des Lebens auf der Erde, die auch für Leser ohne umfassende Vorkenntnisse in Biowissenschaften oder Philosophie zugänglich ist. Es stützt sich auf verschiedene Theorien der Evolutionswissenschaft und stellt eine Synthese hinsichtlich der kognitiven Evolution und der biologischen Gesetze dar.
Vorteile:Interessante und unterhaltsame Lektüre, auch für Laien geeignet, gut recherchiert, fesselnd erzählt, aufschlussreiche Synthese der Evolutionstheorien.
Nachteile:Einige Leser könnten bestimmte wissenschaftliche Konzepte als schwierig empfinden, wenn sie keinen biologischen Hintergrund haben.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Contingency and Convergence: Toward a Cosmic Biology of Body and Mind
Können wir die Muster und Prozesse der konvergenten Evolution nutzen, um Rückschlüsse auf universelle Gesetze des Lebens auf der Erde und anderswo zu ziehen?
In diesem Buch untersucht Russell Powell, ob wir die Muster und Prozesse der konvergenten Evolution nutzen können, um Rückschlüsse auf universelle Gesetze des Lebens auf der Erde und anderswo zu ziehen. Powell verwebt unterschiedliche philosophische und empirische Fäden und bietet die erste detaillierte Analyse des Zusammenspiels zwischen Kontingenz und Konvergenz in der Makroevolution, die sich sowohl auf komplexes Leben im Allgemeinen als auch auf kognitiv komplexes Leben im Besonderen bezieht. Wenn die Evolution des Geistes kein historischer Zufall ist, sondern ein Produkt der Konvergenz und nicht der Kontingenz, dann, so fragt Powell, ist es wahrscheinlich, dass der Geist ein evolutionär wichtiges Merkmal jeder lebenden Welt ist?
Stephen Jay Gould vertrat die These vom Primat der Kontingenz in der Evolution. Goulds "radikale Kontingenzthese" (RCT) wurde in Frage gestellt, aber die Kritiker haben es weitgehend versäumt, sich mit ihren Kernaussagen und theoretischen Verpflichtungen auseinanderzusetzen. Powell füllt diese Lücke. Er untersucht zunächst konvergente Regelmäßigkeiten sowohl auf zeitlicher als auch auf phylogenetischer Ebene und findet Beweise, die Goulds Argument für Kontingenz sowohl bestätigen als auch widerlegen. Nach dieser teilweisen Verteidigung der RCT übt Powell inhaltliche Kritik. Er argumentiert, dass unter den evolutionären Ergebnissen, die der RCT trotzen könnten, die Kognition besonders wichtig ist - nicht nur für humanspezifische Fragen der Evolution von Intelligenz und Bewusstsein, sondern auch für die großräumige ökologische Organisation makroskopischer Lebenswelten. Powell wendet sich dem komplexen kognitiven Leben zu und untersucht, was die Muster der kognitiven Konvergenz uns über die Natur des Geistes, seine Entwicklung und seinen Platz im Universum verraten. Wenn komplexe Körper im Universum weit verbreitet sind, könnten dann auch komplexe Gehirne weit verbreitet sein?