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Conceptualizing Femicide as a Human Rights Violation - State Responsibility Under International Law
Dieses zum Nachdenken anregende Buch konzeptualisiert Femizid als eine vielschichtige Menschenrechtsverletzung und schlägt eine staatliche Verantwortung für gruppenbezogene Risiken von Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor. Dabei wird das Konzept des Femizids neu bewertet und im Hinblick auf das Verbrechen des Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen sowie verschiedene Facetten der Menschenrechte analysiert.
Angela Hefti stellt die gängige Definition von Femizid in Frage, indem sie den Begriff über die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts hinaus erweitert und Elemente wie Schuldzuweisung an das Opfer, sexuellen Missbrauch, Zwangsheirat und verzögerte Ermittlungen durch die Behörden einbezieht. Die Kapitel befassen sich mit Femizid im Kontext des afrikanischen, interamerikanischen und europäischen regionalen und universellen Menschenrechtssystems. Fallstudien aus dem Irak, Nigeria und Mexiko vermitteln ein grundlegendes Verständnis für den multidimensionalen und weltweiten Charakter von Femizid. Das Buch, das sich über mehrere wichtige akademische Debatten erstreckt, bezieht die zugrunde liegende feministische Rechtstheorie und Ansätze zur Unterordnung von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft mit ein und argumentiert, dass Femizid als eigenständige Menschenrechtsverletzung zu betrachten ist.
Als Anstoß für weitere Forschungen zum Thema Femizid, insbesondere zur staatlichen Verantwortung für Verbrechen, die von privaten Akteuren begangen wurden, wird dieses Buch eine wichtige Ressource für Akademiker in den Bereichen Menschenrechte und humanitäres Recht, Strafrecht und Justiz sein. Das Buch wird auch für Aktivisten, Praktiker und Juristen von großem Wert sein, die daran interessiert sind, Aspekte des Femizids im internationalen Menschenrechtsrecht voranzubringen.