Bewertung:

Das Buch ist eine gründlich recherchierte und fesselnde Untersuchung der Fitnesskultur in den Vereinigten Staaten seit den 1950er Jahren. Es bietet eine detaillierte und objektive Analyse aus verschiedenen Blickwinkeln, wodurch es sowohl für Forscher als auch für Gelegenheitsleser interessant ist.
Vorteile:Gut recherchiert, leicht zu lesen, umfassender und objektiver Ansatz, interessante Einblicke in die Einflüsse auf die Fitnesskultur, hält die Aufmerksamkeit auch für diejenigen, die sich zunächst nicht dafür interessieren.
Nachteile:Einige Leser könnten das Thema als Nische oder nicht ansprechend empfinden, wenn sie kein Interesse an der Fitnesskultur haben.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Getting Physical: The Rise of Fitness Culture in America
John G. Cawelti-Preis
Preis für Archivare und Bibliothekare für die Geschichte der Gesundheitswissenschaften
Von Charles Atlas bis Jane Fonda - die Fitnessbewegung ist seit mehr als einem halben Jahrhundert eine treibende Kraft in der amerikanischen Kultur. Was als Mittel zur Vorbereitung auf den Kalten Krieg begann, führt heute dazu, dass 45 Millionen Amerikaner jährlich mehr als 20 Milliarden Dollar für Fitnessstudiomitgliedschaften, Laufschuhe und andere fitnessbezogene Produkte ausgeben.
In diesem ersten Buch über die moderne Geschichte des Sports in Amerika beschreibt Shelly McKenzie die staatlichen, wissenschaftlichen, kommerziellen und kulturellen Kräfte, die sich - manchmal unbeabsichtigt - zusammenschlossen, um den Sport zu einer gesamtamerikanischen Gewohnheit zu machen. Sie verfolgt die Entwicklung einer neuen Industrie, die das Training aufwertet und das Streben nach Fitness zum Markenzeichen eines Lebensstils der Mittelschicht macht. Dabei hinterfragt sie eine Reihe weit verbreiteter Überzeugungen über die Amerikaner und ihre Bewegungsroutinen, wie etwa den Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung und die Bedeutung von Fitnessprogrammen am Arbeitsplatz.
Die Amerikaner waren schon immer sehr an Gesundheit und Fitness interessiert, aber vor den 1950er Jahren wurden Menschen, die sich mit ihrer Gesundheit oder ihrem Körperbau beschäftigten, oft verdächtigt, homosexuell oder einfach nur seltsam zu sein. Wie McKenzie enthüllt, bedurfte es einer nationalen Panik über die Gesundheit von Kindern, um die Bevölkerung aufzurütteln und Präsident Eisenhowers Rat für Jugendfitness ins Leben zu rufen. Sie zeichnet diese neugeborene Ära durch die Popularisierung von Fitness durch den Fernsehpionier Jack La Lanne in den 60er Jahren, den Joggingwahn der 70er Jahre und die Veränderung der Fitnessbewegung in den 80er Jahren nach, als sich der Schwerpunkt vom individuellen Laufen auf die gemeinsame Erfahrung im Fitnessstudio verlagerte. Sie geht auch auf die neue Popularität von Yoga und Pilates ein, die den heutigen Schwerpunkt auf Schlankheit und Flexibilität im Körperbild widerspiegeln.
Mit ihrer ersten echten Kulturgeschichte der Fitnessbewegung geht McKenzie über die bloße Aufzählung von Bewegungstrends hinaus und zeigt auf, was diese Entscheidungen über die Menschen aussagen, die sie annehmen. Ihre Untersuchung umfasst auch die Kämpfe um die Ernährungspolitik, Ernährungsprobleme wie die aktuelle Adipositas-Epidemie und Menschen, die von der Fitnessbewegung zurückgelassen wurden, weil sie zu arm sind, um sich eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder eine Grundausstattung zu leisten.
In einem Land, in dem die meisten von uns behaupten, regelmäßig Sport zu treiben, fordert uns McKenzies Studie heraus, uns zu fragen, warum wir Sport treiben - oder zumindest, warum wir glauben, dass wir es tun sollten - und zeigt, wie Fitness zu einem wichtigen Teil unserer amerikanischen Identität geworden ist.