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Andean Cosmopolitans: Seeking Justice and Reward at the Spanish Royal Court
Nachdem die Spanier in den 1530er Jahren Tawantinsuyu für Karl V. erobert hatten, unternahmen einheimische Andenbewohner eine Reihe von gefahrvollen Reisen von Peru zum spanischen Königshof.
Von einem einheimischen Bürger, der mit der Lieferung von Raubvögeln zur höfischen Unterhaltung betraut wurde, bis hin zu einem Inkaprinzen, der seine Tage inmitten von Titeln, Pensionen und anderen königlichen Gunstbezeugungen verbrachte, waren diese Reisenden sowohl außergewöhnlich als auch paradigmatisch. Gemeinsam teilten sie die Überzeugung, dass die absolute Autorität des Herrschers garantierte, dass der Gerechtigkeit Genüge getan und der Dienst gebührend belohnt würde. Indem sie ihre Ansprüche mit den kaiserlichen Beamten aushandelten, trugen die indianischen Völker dazu bei, die Verbindungen zu knüpfen, die das Imaginäre des expandierenden habsburgischen Reiches aufrechterhielten und dem modernen globalen Zeitalter seinen entscheidenden Charakter verliehen.
Andean Cosmopolitans erinnert an die dramatischen Erfahrungen dieser Reisenden und zeigt gleichzeitig ihren tiefgreifenden Einfluss auf die Entstehung und Umgestaltung der kolonialen Welt auf. Während Spaniens amerikanische Besitztümer in vielerlei Hinsicht spanisch wurden, trugen die Andenreisenden (mit ihrem kosmopolitischen Leben und ihren Reisen) auch dazu bei, Spanien nach dem Bild und Gleichnis Perus zu formen.
De la Puente liefert bemerkenswerte Einblicke in eine Erzählung, die zeigt, wie zuvor unbekannte Völker und Ideen neue Machtstrukturen und Institutionen sowie neue Formen des Stadt-, Indianer-, Eliten- und Untertanendaseins schufen. Indem die indigenen Völker ihre eigenen Ansichten über den rechtlichen und politischen Charakter der „Republik der Indianer“ artikulierten und verteidigten, wurden sie zu Staatsgründern der besonderen Art, die die koloniale Ordnung mitgestalteten.