
Cosmopolitan Ambassadors: International exhibitions, cultural diplomacy and the polycentral museum
Wie arbeiten die Museen international mit Ausstellungen? Was motiviert diese Arbeit? Was sind die Vorteile und Herausforderungen? Welche Faktoren tragen zum Erfolg bei? Welche Auswirkungen hat diese Arbeit auf das Publikum und andere Interessengruppen? Welchen Beitrag leisten sie zur Kulturdiplomatie, zum interkulturellen Dialog und zur Verständigung? Cosmopolitan Ambassadors betrachtet zunächst den aktuellen Wissensstand über internationale Ausstellungen und schlägt einen interdisziplinären Analyserahmen vor, der Museumsstudien, Besucherstudien, Kulturdiplomatie und internationale Kulturbeziehungen, Kosmopolitismus und interkulturelle Studien umfasst. Anschließend wird eine umfassende empirische Analyse eines Ausstellungsaustauschs vorgestellt, der zwei Ausstellungen umfasste, die fünf Länder und drei Kontinente durchquerten, sechs hochkarätige Kultureinrichtungen miteinander verbanden und fast ein Jahrzehnt von der ersten Konzeption bis zur Fertigstellung dauerten.
Ein detaillierter Vergleich sowohl der interkulturellen Produktion internationaler Ausstellungen durch Museumspartnerschaften als auch der interpretatorischen Handlungen und der Bedeutungsgebung der Besucher zeigt die vielen Komplexitäten, Herausforderungen, Spannungen und Vorteile internationaler Ausstellungen und ihrer Überschneidung mit der Kulturdiplomatie. Zu den Schlüsselthemen gehören die Realitäten der internationalen Zusammenarbeit, ihre Ziele, Prozesse und Herausforderungen; die Politik der kulturellen (Selbst-)Repräsentation und die indigene Museologie; Auswirkungen auf Ausstellungsdesign, Interpretation und Marketing; interkulturelle Kompetenz und Museumspraxis; Publikumsrezeption und Bedeutungsgebung; Kulturdiplomatie in der Praxis und die Wahrnehmung ihres Wertes.
Diese erste empirisch fundierte, theoretische Analyse liefert die Grundlage für ein neues Modell von Museen als polyzentrische Orte: als Orte, die eine kaleidoskopische Vision multipler Zentren erzeugen und dazu beitragen können, kulturelle Grenzen aufzulösen, indem sie den Dialog, die Verhandlung und die Suche nach interkulturellen Verständnissen fördern. Zu den Leitlinien für die Praxis gehören Empfehlungen für erfolgreiche internationale Museumspartnerschaften, Ausstellungsentwicklung und die Maximierung des Potenzials der Museumsdiplomatie.