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Kovu Moyoni ("Narbe im Herzen") ist eine rasante Geschichte, die in einem fiktiven Dorf namens Siloko in einer post-unabhängigen Nation namens Tandika spielt. Es ist die Geschichte des Kampfes einer Witwe gegen ein repressives Regime, das von einer lokalen Miliz, der "Jeshi la Vijana" oder der "Jugendarmee", repräsentiert wird, die ihr Dorf Siloko unter dem Vorwand der Säuberung von Nicht-Einheimischen angreift und plündert.
Die Regierung, von der Boke erwartet, dass sie sie und ihr Eigentum beschützt, versagt in ihrer Hauptverantwortung und schützt stattdessen das kriminelle Kartell der Landräuber und Kriegsherren. Diese Geschichte ist herzzerreißend, wenn auch schockierend. Doch der Autor hat die Handlung fest im Griff: Die wunderschön gestaltete Prosa fließt mühelos und malt den Schrecken und das Pathos einer Gemeinschaft, die belagert wird.
In diesem Roman zeigt Professor John Habwe eine Reife, die einen tiefen Einblick in die Psychologie von Gewalt und postkolonialer Unterdrückung bietet. Es ist eine Geschichte, die verstört und das Gewissen anrührt.
Wenn diese Geschichte eine Darstellung der verschiedenen Narben ist, die Boke von einem modernen, korrupten Staat zugefügt wurden, ist sie auch eine Aussage über unsere eigene Mitschuld. Es ist eine Geschichte über Liebe, Verlust, Entfremdung und Hoffnung.
Es ist eine Feier des menschlichen Geistes, der sich weigert, im Angesicht unsäglichen Leids zu sterben.