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Force, Drive, Desire: A Philosophy of Psychoanalysis
In Kraft, Trieb, Begehren entwickelt Rudolf Bernet eine philosophische Grundlegung der Psychoanalyse, die sich auf die menschlichen Triebe konzentriert. Anstatt einfach eine Liste von Freuds Anleihen bei Schopenhauer und Nietzsche oder Lacans Anleihen bei Hegel und Sartre zu erstellen, inszeniert Bernet einen Dialog zwischen Philosophie und Psychoanalyse, der weit über das hinausgeht, was diese bedeutenden Psychoanalytiker über Philosophie wussten.
Indem er die Schriften von Freud, Lacan und anderen Psychoanalytikern mit denen von Aristoteles, Leibniz, Schopenhauer, Nietzsche, Husserl, Heidegger und - stillschweigend - Bergson und Deleuze in Beziehung setzt, bringt Bernet ans Licht, wie die Psychoanalyse die Geschichte der westlichen Metaphysik und Naturphilosophie sowohl verlängert als auch bricht. Die lange Geschichte der Metaphysik (oder zumindest einige ihrer Schlüsselmomente) im Lichte der psychoanalytischen Untersuchungen zur Natur und Funktion von Trieb und Begehren neu zu lesen, ermöglicht auch eine Neuschreibung der Geschichte der Philosophie.
Insbesondere erlaubt es Bernet, eine andere Geschichte der Metaphysik ans Licht zu bringen, die sich weniger auf die aristotelische Substanz (ousia) als vielmehr auf das Konzept der dunamis konzentriert - eine Macht oder Potenzialität für eine Verwirklichung, nach der sie mit aller Kraft strebt. Die Verknüpfung menschlicher Triebe mit metaphysischen Kräften trägt auch Früchte für eine erneuerte Philosophie des Lebens und der Subjektivität.