
Sickness in the Workhouse: Poor Law Medical Care in Provincial England, 1834-1914
Sickness in the Workhouse (Krankheit im Armenhaus) beleuchtet die Rolle der Arbeitshausmedizin bei der Versorgung der Armen in England, die kranke Bettler vom Rande der Gesellschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte.
Englands New Poor Law (1834) veränderte die medizinische Versorgung in einer Weise, die von Historikern lange übersehen oder verunglimpft wurde. Sickness in the Workhouse stellt diese Annahmen in Frage, indem es zwei städtische Arbeitshäuser in den westlichen Midlands von der Verabschiedung des New Poor Law bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs unter die Lupe nimmt.
Durch eine genaue Analyse der täglichen Praxis der Ärzte und Krankenschwestern in den Arbeitshäusern stellt der Autor Alistair Ritch die Vorstellung in Frage, dass die medizinische Versorgung ausnahmslos von schlechter Qualität war und den Patienten wenig Nutzen brachte. Das medizinische Personal in den Arbeitshäusern arbeitete unter strengen Auflagen und musste sich mit den immensen gesundheitlichen Problemen seiner Patienten auseinandersetzen. Sickness inthe Workhouse erweckt diese verborgene Gruppe von Arbeitshausmitarbeitern zum Leben und hebt ihre Bedeutung für die lokale Gesundheitswirtschaft hervor. Wie der Autor feststellt, mussten die Arbeitshäuser unter anderem die medizinische Versorgung von Nicht-Paupern sicherstellen, wie z. B. institutionelle Isoliereinrichtungen für Menschen mit Infektionskrankheiten. Dieses bahnbrechende Buch beleuchtet diese Ärzte und Krankenschwestern, um unser Verständnis für diesen bedeutenden, aber wenig verstandenen Bereich der Geschichte des Armenrechts zu vertiefen.
ALISTAIR RITCH war Facharzt für Altersmedizin am City Hospital, Birmingham, und leitender klinischer Dozent an der Universität von Birmingham, UK, und ist derzeit ehrenamtlicher Forschungsbeauftragter der Abteilung für Medizingeschichte an der Universität von Birmingham, UK.