Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die niederländischen Erfahrungen in der Karibik, wobei der Schwerpunkt auf Curacao im 17. und 18. Jahrhundert liegt. Es untersucht Themen wie den illegalen Handel, die Verbindungen zum spanischen Venezuela und die sephardische jüdische Gemeinde.
Vorteile:Gut recherchiert und informativ, bietet es tiefe Einblicke in die Geschichte von Niederländisch-Curacao. Spannende Diskussionen über einzigartige Aspekte des Handels und der Gemeinschaft.
Nachteile:Das Buch kann sich manchmal wiederholen und ähnelt einer Sammlung von akademischen Abhandlungen, die manchmal ähnliche Informationen wiederholen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Creolization and Contraband: Curaao in the Early Modern Atlantic World
Als Cura ao im Jahr 1634 unter holländische Kontrolle kam, war die kleine Insel vor der Nordküste Südamerikas isoliert und verschlafen. Der zunehmende (legale und illegale) Handel führte zu einem dramatischen Wandel, und Cura ao entwickelte sich zu einem wichtigen Knotenpunkt in den karibischen und atlantischen Netzwerken. Sie wurde auch zum Handels- und Verwaltungssitz der Niederländischen Westindien-Kompanie in Amerika.
Die Hauptstadt der Insel, Willemstad, hatte eine nicht-holländische Mehrheit, die sich größtenteils aus freien Schwarzen, städtischen Sklaven und sephardischen Juden zusammensetzte, die sich über ethnische Grenzen hinweg in einer neuen kreolischen Sprache namens Papiamentu verständigten. Für Linda M. Rupert war das Aufkommen dieser Kreolsprache eines der beiden entscheidenden Phänomene, die das frühe moderne Cura ao prägten. Das andere war der Schmuggel. Beide Entwicklungen, so argumentiert sie, waren informelle Anpassungen an das Leben an einem Ort, der gleichzeitig polyglott und reglementiert war. Es handelte sich um die Art von Improvisationen, die überall dort auftraten, wo expandierende europäische Reiche verschiedene Völker zusammenbrachten.
Creolization and Contraband (Kreolisierung und Schmuggel) nutzt die Geschichte von Cura ao, um die Beziehung zwischen illegalem Zwischenhandel und Prozessen des sozialen, kulturellen und sprachlichen Austauschs in der frühen modernen Welt zu analysieren. Rupert argumentiert, dass der Schmuggel durch die Überwindung zahlreicher Barrieren besonders reiche Möglichkeiten für interkulturelle und interethnische Interaktionen eröffnete. Dieser nicht-offizielle Austausch war alles andere als eine Randerscheinung, sondern bildete die Grundlage der kolonialen Gesellschaft.