Bewertung:

Christine Leigh Heyrmans „Southern Cross: The Beginnings of the Bible Belt“ (Die Anfänge des Bibelgürtels) bietet eine gründliche Untersuchung darüber, wie sich das evangelikale Christentum im amerikanischen Süden von einem Randglauben zu einem dominierenden Einfluss entwickelt hat, und zwar durch soziale, politische und kulturelle Aspekte. Während viele das Buch für informativ, aufschlussreich und gut recherchiert halten, kritisieren einige Leser seine Trockenheit und seinen Fokus, insbesondere auf die Geschlechterrollen und die allmähliche Transformation des Evangelikalismus.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und informativ
⬤ bietet tiefe Einblicke in die Geschichte des Bibelgürtels
⬤ deckt verschiedene Aspekte der Kultur, der sozialen Fragen und der Politik ab
⬤ fesselnd für diejenigen, die sich für Religionsgeschichte interessieren
⬤ gelobt als wegweisend für die akademische Kritik der amerikanischen Religion.
⬤ Kann manchmal trocken und mäandernd sein
⬤ einige Leser fanden es schwierig, sich zu konzentrieren
⬤ empfundener Mangel an Betonung radikaler Religionen
⬤ Kritik an Geschlechterrollen wurde als tangential angesehen
⬤ einige fanden, dass es dem Autor möglicherweise an persönlicher Erfahrung mit den diskutierten Themen fehlt.
(basierend auf 17 Leserbewertungen)
Southern Cross: The Beginnings of the Bible Belt
Christine Leigh Heyrman untersucht, wie sich die konservativen religiösen Traditionen, die so stark mit dem Süden assoziiert werden, aus einem evangelikalen Protestantismus entwickelt haben, der mit ganz anderen sozialen und politischen Einstellungen begann, und enthüllt dabei ein überraschendes Paradoxon im Herzen des amerikanischen "Bible Belt".
Obwohl die Amerikanische Revolution die institutionellen Strukturen der anglikanischen Kirche im Süden hinwegfegte, stießen die evangelikalen Wanderprediger, die daraufhin die Region überschwemmten, zunächst auf den Widerstand der Weißen des Südens, die sich durch ihre Ablehnung des Sklavenbesitzes und traditioneller Männlichkeitsideale, ihren mangelnden Respekt vor der Generationenhierarchie, ihre Ermutigung zur öffentlichen Beteiligung von Frauen an kirchlichen Angelegenheiten und ihre Erlaubnis zu geistlicher Intimität mit Schwarzen brüskiert fühlten. Wie Heyrman zeigt, erlangten diese Evangelikalen im Laufe eines Jahrhunderts ihre Vorherrschaft in der Region, indem sie ihre eigenen "traditionellen Werte" bewusst änderten und die konventionellen Vorstellungen der Südstaaten von Familienbeziehungen, männlichen Vorrechten, klassischem Patriotismus und kriegerischer Ehre übernahmen.
Dabei traten religiöse Gruppen, die zuvor mit Gewaltlosigkeit und Antisklaverei in Verbindung gebracht worden waren, zur Verteidigung der Sklaverei und der Sezession sowie der heiligen Sache, beides mit Waffengewalt aufrechtzuerhalten, an - und übernahmen die Werte, die wir heute mit dem "Bible Belt" verbinden.