Bewertung:

Das Buch „Crossing Hitler: The Man Who Put the Nazis on the Witness Stand“ (Der Mann, der die Nazis in den Zeugenstand brachte) von Benjamin Carter Hett bietet eine detaillierte Biografie von Hans Litten, einem mutigen Anwalt, der Adolf Hitler während des Aufstiegs der Nazipartei vor Gericht herausforderte. Littens Geschichte beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen von Recht, Politik und persönlicher Integrität in einer turbulenten historischen Zeit. Während viele Leser die gründliche Recherche und die Einblicke in Littens Leben und den breiteren juristischen Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands zu schätzen wissen, sind einige der Meinung, dass sich die Biografie stärker auf Schlüsselereignisse konzentrieren könnte, insbesondere auf den Prozess im Eden Dance Palace.
Vorteile:⬤ Gründliche Recherche und gut dokumentierte Biografie von Hans Litten.
⬤ Gibt einen Einblick in das deutsche Rechtssystem vor und nach der Machtübernahme der Nazis.
⬤ Faszinierende Charakterstudie eines Mannes, der zu seinen Prinzipien stand.
⬤ Fesselnde Erzählung, die auch weniger bekannte historische Ereignisse im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet.
⬤ Einige Leser fanden den Fokus des Buches zu breit und zu wenig auf den Hauptprozess gerichtet.
⬤ Bestimmte Aspekte von Littens Privatleben werden zu wenig beleuchtet.
⬤ Die Erzählung kann abgehackt sein, mit manchmal zu viel Betonung auf Fakten und Zahlen.
⬤ Eine Vertrautheit mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs ist für ein besseres Verständnis erforderlich.
(basierend auf 38 Leserbewertungen)
Crossing Hitler: The Man Who Put the Nazis on the Witness Stand
Während eines Prozesses gegen vier NS-Sturmtruppen im Jahr 1931, der als "Eden Dance Palace"-Prozess bekannt wurde, nahm Hans Litten Hitler in einem brillanten und gnadenlosen dreistündigen Kreuzverhör unter die Lupe, zwang ihn zu zahlreichen Widersprüchen und Ausflüchten und brachte ihn schließlich zu hilfloser und demütigender Wut (die Transkription von Hitlers vollständiger Aussage ist beigefügt). Zu dieser Zeit versuchte Hitler immer noch zu beweisen, dass er sich legale Methoden zu eigen machte, und distanzierte sich von seinen Sturmtruppen. Der mutige Litten enthüllte seine wahren Absichten und stellte damit eine echte Bedrohung für die Ambitionen der Nazis dar.
Als die Nazis zwei Jahre nach dem Prozess die Macht übernahmen, drängten Freunde und Familie Litten, aus dem Land zu fliehen. Er blieb und wurde in die Konzentrationslager geschickt, wo er an Übersetzungen mittelalterlicher deutscher Gedichte arbeitete, das Geld und die Lebensmittel, die ihm seine wohlhabende Familie schickte, mit anderen teilte und Häftlinge aus der Arbeiterklasse in Kunst und Literatur unterrichtete. Als die jüdischen Häftlinge in Dachau wochenlang in ihren Baracken eingesperrt waren, hielt Litten sie bei Verstand, indem er große Werke aus dem Gedächtnis rezitierte. Nach fünf Jahren Folter und Schwerstarbeit - und einer gewagten Flucht, die scheiterte - gab Litten die Hoffnung auf ein Überleben auf. Seine Geschichte war letztlich tragisch, aber, wie Benjamin Hett in dieser fesselnden Erzählung schreibt, auch erlösend. "Es ist eine Geschichte von menschlichem Edelmut im Angesicht der Barbarei".
Das Buch ist die erste ausführliche Biografie Littens und befasst sich auch mit den turbulenten Jahren der Weimarer Republik und dem Terror der Naziherrschaft in Deutschland nach 1933. (in der Seitenleiste) Ausgezeichnet mit dem Fraenkel-Preis 2007 für ein herausragendes Werk der Zeitgeschichte, im Manuskript. Soll weltweit veröffentlicht werden.