Bewertung:

Das Buch stellt eine wissenschaftliche Untersuchung der Ursprünge des Islams dar und stellt traditionelle Erzählungen durch historisch-kritische Analyse und archäologische Beweise in Frage. Es bietet zwar wertvolle Einblicke und eine neue Perspektive auf die frühe islamische Geschichte, wird aber auch als spekulativ und in seinen Schlussfolgerungen potenziell extrem angesehen.
Vorteile:Das Buch wird für seine detaillierte Forschung und seinen interdisziplinären Ansatz gelobt, der eine neue Perspektive auf die frühe islamische Geschichte bietet und archäologische und epigraphische Belege einbezieht. Viele Rezensenten hielten es für ein hervorragendes Hilfsmittel für diejenigen, die bereit sind, die traditionelle muslimische Wissenschaft in Frage zu stellen, und verwiesen auf seine strenge Methodik und seine zum Nachdenken anregenden Argumente. Es gilt als unverzichtbare Lektüre für Gelehrte, die sich für die historischen Ursprünge des Islam interessieren.
Nachteile:Kritiker merken an, dass das Buch spekulativ sein kann, und einige meinen, dass es in seinen Schlussfolgerungen zu weit geht, insbesondere was die historische Existenz Mohammeds betrifft. Einige Rezensenten sind der Meinung, dass die Autoren archäologische Beweise falsch interpretieren könnten, und räumen ein, dass das Buch als übermäßig kritisch gegenüber traditionellen islamischen Sichtweisen angesehen werden könnte. Außerdem könnte der Text überflüssige Informationen enthalten, die von den Hauptargumenten ablenken.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
Crossroads to Islam: The Origins of the Arab Religion and the Arab State
In dieser kontroversen Untersuchung der frühen Geschichte des Islam stellen der Archäologe Yehuda D. Nevo und die Wissenschaftlerin Judith Koren eine revolutionäre Theorie über die Ursprünge und die Entwicklung des islamischen Staates und der Religion vor.
Während die meisten Werke zu diesem Thema ihre Sicht der Geschichte dieser Periode aus der muslimischen Literatur ableiten, untersucht Crossroads to Islam auch wichtige, bisher vernachlässigte Beweismittel: die Literatur der lokalen (christlichen) Bevölkerung, archäologische Ausgrabungen, Numismatik und vor allem Felsinschriften. Diese Analysen legen den Grundstein für eine radikale Sicht auf die Entwicklung des Islam. Nach Ansicht von Nevo und Koren deuten die Beweise darauf hin, dass die Araber tatsächlich heidnisch waren, als sie die Macht in den ehemals vom byzantinischen Reich beherrschten Regionen übernahmen.
Sie behaupten, dass die Araber die Kontrolle fast kampflos übernahmen, weil sich Byzanz schon lange zuvor aus dem Gebiet zurückgezogen hatte. Nach der Übernahme der Kontrolle übernahm die neue arabische Elite einen einfachen Monotheismus, der vom jüdisch-christlichen Glauben beeinflusst war, den sie in den neu erworbenen Gebieten vorfand, und entwickelte ihn allmählich zur arabischen Religion. Erst in der Mitte des 8.
Jahrhunderts war dieser Prozess abgeschlossen. Diese Interpretation des Beweismaterials bestätigt die Ansicht anderer Gelehrter, die aus unterschiedlichen Gründen vorschlagen, dass dem Islam und der kanonisierten Version des Korans eine lange Entwicklungszeit vorausging. Diese neue Sichtweise stellt die traditionelle Geschichte des Aufstiegs des Islams auf den Kopf, die besagt, dass der Islam mit Mohammed um 622 in Mekka und Medina begann, sich dann unter seiner charismatischen Führung in ganz Arabien ausbreitete und schließlich, nach Mohammeds Tod (632), seine Anhänger zur Eroberung ausgedehnter Gebiete sowohl im Osten als auch im Westen inspirierte.
Nevo und Koren vertreten dagegen die Ansicht, dass der Aufstieg des arabischen Staates eine Staatsreligion erforderte, die schließlich Islam genannt wurde. Dieses fesselnde und kontroverse Buch über die frühe Geschichte des Islams ist eine Pflichtlektüre für Studenten und Wissenschaftler der islamischen Geschichte sowie für alle, die sich für die Ursprünge der zweitgrößten Religion der Welt interessieren.