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Critical Studies in the Hebrew Bible: At the Intersection of Philology and Hermeneutics in Deuteronomy and the Temple Scroll
Die historisch-kritische Methode, die für die akademische Bibelwissenschaft charakteristisch ist, bleibt allzu oft getrennt von Ansätzen, die den Schwerpunkt auf die Geschichte der Interpretation legen und die häufiger im Bereich der Forschung zum Zweiten Tempel oder zu den Schriftrollen vom Toten Meer angewandt werden. Zum Auftakt der neuen Reihe Critical Studies in the Hebrew Bible erforscht A More Perfect Torah eine Reihe von Testfällen, in denen sich die beiden Methoden gegenseitig verstärken.
Der Band vereint zwei Studien, die das Verhältnis zwischen der Entstehungsgeschichte des biblischen Textes und seiner Rezeptionsgeschichte in Qumran und in der rabbinischen Literatur untersuchen. Die Tempelrolle ist mehr als nur der Entwurf für einen perfekteren Tempel. Sie stellt auch den Versuch dar, eine vollkommenere Tora zu schaffen. Die Techniken, mit denen dies erreicht werden soll, stehen im Mittelpunkt von Teil 1 mit dem Titel "Wiedergewonnene Offenbarung": Die Hermeneutik von KI und 'IM in der Tempelschriftrolle". Diese Studie beleuchtet die Techniken zur Kennzeichnung von Konditionalsätzen in der altorientalischen Literatur, im biblischen Recht und in den Schriftrollen vom Toten Meer. Sie lenkt auch neue Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen der Verwendung von Konditionalsätzen in der Tempelrolle und dem organisierten Abstandssystem des Manuskripts zur Kennzeichnung von Absätzen.
Teil 2 trägt den Titel "Rezeptionsgeschichte als Fenster zur Kompositionsgeschichte: Das Gelübdegesetz des Deuteronomiums im Spiegel von Koheleth und der Tempelrolle". Das Gesetz über die Gelübde in Dtn 23,22-24 ist sowohl in seiner Syntax als auch in seinem rechtlichen Inhalt schwierig. Die Schwierigkeit wird gelöst, wenn man erkennt, dass das Gesetz eine Interpolation enthält, die die ursprüngliche Kohärenz des Gesetzes unterbricht. Die Rezeptionsgeschichte des Gesetzes über die Gelübde in Numeri 20, Qoh 5,4-7, 11QTempel 53,11-14 und Sipre Deuteronomium bestätigt die Hypothese einer Interpolation. In diesem neuen Licht betrachtet, bietet die Auslegungsgeschichte einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des biblischen Textes.