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Cooling Board: A Long-Playing Poem
In der Tradition des Langton Hughes-Klassikers Montage of a Dream Deferred erkundet Mitchell L. H. Douglas in seinem Debütband Cooling Board: a Long-Playing Poem die persönlichen und beruflichen Kämpfe der Soul-Legende Donny Hathaway. Als würde man einem Konzeptalbum lauschen, präsentiert Douglas eine zweiseitige Erzählung: Auf der einen Seite geht es um Hathaways Entwicklung als junger Musiker und seinen anschließenden Aufstieg zum Ruhm, auf der anderen Seite um die Widrigkeiten, die ihn in seinen späteren Jahren plagten. Die Leser werden sehen, dass Hathaway seiner Familie treu war, seinem Glauben treu war und kompromisslos nach musikalischer Innovation strebte.
In Anspielung auf Hathaways Erbe als musikalischer Wegbereiter führt Douglas eine bedeutende poetische Innovation im Format des Buches ein. Indem er alternative Versionen oder "Takes" von Gedichten in Cooling Board einfügt, hört der Leser ein Echo von Ideen, das mit einem Album mit bisher unveröffentlichten Versionen beliebter Songs verglichen werden kann. Wenn die Gedichte in alternativen Fassungen wieder aufgegriffen werden, tauchen neue Informationen auf, und der Leser ist gezwungen, neue Interpretationen in Betracht zu ziehen. Die Gedichte, die an Linernotes und Pop-Charts erinnern, bereichern das Erlebnis und lassen den Leser nie vergessen, dass das Herzstück dieser Reise die Musik ist.
Vor allem aber vermittelt Douglas' Darstellung von Hathaway dem Leser die menschliche Seite eines Mannes, der in den 30 Jahren seit seinem Tod ein Rätsel geblieben ist. Der Dichter lässt nicht nur Hathaway und seine langjährige Mitarbeiterin Roberta Flack zu Wort kommen, der Leser hört auch die Stimmen derjenigen, die Hathaway am nächsten standen und mit denen wir weniger vertraut sind: seine Mutter Drusella Huntley, seine Großmutter Martha Crumwell - Hathaways früheste Musiklehrerin - und seine Frau Eulaulah.
Im ersten Gedicht des Buches, den "Liner Notes", heißt es: "Bei Cooling Board geht es um Lebenslektionen, um die schwierigen Dinge, die man nicht immer auf Anhieb versteht." Mit Douglas als Führer, der weiß, wie man viele Sprachen spricht, fängt Cooling Board den Leser ein wie der beste Hathaway-Song: leidenschaftlich, ehrlich und mit einem unbestreitbaren Sinn für das Ziel.