
Art in a Disrupted World: Poland 1939-1949
Mit Art in a Disrupted World präsentiert die Kunsthistorikerin Agata Pietrasik eine Studie über künstlerische Praktiken, die in Polen während und nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Pietrasik hebt Beispiele von Kunstwerken einer Reihe in Polen geborener Künstler hervor, die in Konzentrationslagern und Ghettos, im Exil und in den Jahren des sozialen, politischen und kulturellen Zerfalls unmittelbar nach dem Krieg entstanden sind.
Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Ethik der künstlerischen Praxis als eine Methode des Kampfes um die Bewahrung der eigenen Menschlichkeit selbst unter den entmenschlichendsten Umständen. Dieses Buch bricht mit festgefahrenen historischen Zeitlinien und traditionellen Erzählformen und bringt Zeichnungen, Gemälde, architektonische Entwürfe und Ausstellungen sowie literarische und theatralische Werke aus dieser Zeit zusammen, um die Geschichte des polnischen Lebens in Kriegszeiten zu erzählen.
In einem zugänglichen, essayistischen Stil bietet Pietrasik einen neuen Blick auf das Leben in den zehn Jahren nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und stellt Künstler vor - darunter Marian Bogusz, Jadwiga Simon-Pietkiewicz und J zef Szajna -, deren Werke in der englischsprachigen Welt noch kein großes Publikum gefunden haben. Ihre Lektüre der Kunst und der Künstler dieser Zeit versucht, deren autonome künstlerische Sprache zu erfassen, und stellt kritische Fragen über die Fähigkeit der traditionellen Kunstgeschichtsschreibung, Kunstwerke, die als direkte Reaktion auf traumatische Erfahrungen entstanden sind, angemessen zu berücksichtigen.